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Aktion im Internet : „Stimmen des Nordens“: Prominente gegen Fremdenhass

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In Videobotschaften überbringen Prominente aus dem Norden Statements gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Hamburg | Prominente des Nordens wie Jörg Pilawa, Lilo Wanders, Olivia Jones, Frank Buschmann oder Gunter Gabriel rufen gemeinsam gegen Fremdenfeindlichkeit auf. Zahlreiche Musiker, Schauspieler, Moderatoren, Künstler und Politiker unterstützen gemeinsam die Aktion „Stimmen des Nordens“.

Auf der gleichnamigen Internetseite (www.stimmen-des-nordens.de), die am Dienstag an den Start ging, können in Videobotschaften Statements gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus abgegeben werden. Dort heißt es: „Unser aller Stimmen verstehen sich als Willkommens-Signal für die Flüchtlinge, als Aufforderung an die Politik, mehr Menschlichkeit zu zeigen, und als Support für die Vielen, die sich in ihrem Beruf oder als Ehrenamtliche um die Aufnahme, Betreuung und Integration von Flüchtlingen kümmern“.

Zu den Ersten, die ihre Videobeiträge abgaben, gehörten nicht nur Stars aus Musik und Show wie die Musiker Roger Cicero und Gottfried Böttger sowie Dragqueen Olivia Jones. Auch Bischöfin Kirsten Fehrs, der langjährige Michel-Pastor Helge Adolphsen und die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano sind dabei. Ebenso wie die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, und Niedersachsen, Stephan Weil (beide SPD). Zugesagt habe auch deren Amtskollege aus Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), während Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sein Statement nur schriftlich abgegeben habe, berichtete der Initiator.

Torsten Albig hat bereits ein Videostatement hochgeladen. „Wir sind viel mehr mit Herzen, als mit rassistischen Sprüchen. Wir haben keine Angst vor euch“, sagt Albig.

Model Micaela Schäfer, die allerdings in Berlin wohnt, hat ebenfalls bei der Aktion mitgemacht. Im Video schließt sie -gewohnt freizügig - ihren zu Beginn geöffneten BH mit den Worten: „Ihr kennt mich ja alle mit offenem BH. Doch wenn es darum geht, mach ich zu. Obwohl es ja gerade hier um nackte Tatsachen geht.“

Initiator ist der 20 Jahre alte Hamburger Schauspielschüler Max-Fabian Wolff-Jürgens. Er stellte das Projekt gemeinsam mit einigen Unterstützern vor. Der 20-jährige gebürtige Möllner, der 2011 einen Auftritt als Balanciertalent in „Wetten, dass...?“ hatte, ist bereits Gründer der Initiative „Jung gegen Rechts“. „In den vergangenen Wochen konnte ich über 70 bekannte Stimmen aus Kultur, Gesellschaft und Politik gewinnen, um sich an unsrer Kampagne zu beteiligen“, berichtete er. Mit den Videobotschaften und der Internetseite solle „ein deutliches und vor allem erstmals gebündeltes Zeichen“ gegen Hass und Gewalt gesetzt werden. Teilnehmer habe er über Norddeutschland hinaus gefunden.

Noch sind nicht alle Teilnehmer und auch nicht alle Videos zu sehen, auch das von Moderator Pilawa nicht. Der 49-Jährige war bei der Vorstellung des Projekts aber selbst dabei. Er sei viel auf der Welt herumgekommen und habe unter anderem auch viele Länder Afrikas bereist. „Das Schönste auf meinen Reisen war, dass - egal, in welchem Land das war - ich mich immer willkommen gefühlt habe“, sagte Pilawa. Wenn Menschen, die so viel in ihrer Heimat aufgegeben und sich Gefahren ausgesetzt hätten, hier nicht willkommen seien, beschäme ihn das nicht nur. „Das macht mich so was von wütend, dagegen muss man die Stimme erheben“, sagte Pilawa.

Jeder kann ab sofort sein Statement per Video-Selfie abgeben, erklärten die Initiatoren. „Ausgewählte Beiträge werden auf der Webseite, bei Facebook und bei YouTube zu sehen sein, nachdem sie - um Missbrauch zu verhindern - geprüft sind“, hieß es.

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erstellt am 01.Sep.2015 | 16:23 Uhr

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