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„Greenist“ : Start-Up aus Hamburg: „Cleane“ Produkte per Mausklick

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zusatzstoffe wie Industriezucker, Palmöl, Silikone finden Kunden in dem Online-Shop nicht. Dafür ausführliche Produktbeschreibungen. Ein Herzprojekt.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2017 | 17:33 Uhr

Hamburg | „Es gibt diverse Shops mit Trendprodukten“, weiß Thorsten Piontek. Die Produkte sehen schick aus, haben verrückte Namen, eine Geschichte, ein tolles Layout und sind nicht ganz günstig. Doch sind sie auch gesund? Da ist sich Thorsten Piontek nicht so sicher. Das Team um Greenist prüft genau das. Nicht im Labor. Eigentlich machen sie nichts anderes, als Zutatenlisten genau zu lesen. Ökotrophologin Ann-Christin Stender hinterfragt gängige Gütesiegel und achtet darauf, dass die Produkte nur aus Zutaten aus der Natur, also ohne künstliche Zusatzstoffe, bestehen. Tierische Fette, Laktose, Industriezucker, Palmöl, Silikone, Konservierungs- sowie Farbstoffe und andere Aromazusätze sind bei Greenist nicht erlaubt. „Das will keiner, der sich damit beschäftigt hat“, meint Gründer Thorsten Piontek. Er hat sich damit beschäftigt. Aber er weiß auch: „Nicht jeder hat die Lust und die Zeit dafür ,Etiketten zu lesen und sich durchzuprobieren. Wir wollten unseren Kunden diese Arbeit abnehmen“, erklärt er. Können Produkte überzeugen, werden sie ins eigene Sortiment aufgenommen.

Greenist ist der erste Onlineshop für cleane Produkte auf dem Markt. Der Shop funktioniert ohne Abonnement. Der Kunde sucht sich aus, was ihm gefällt, und bekommt es per Post zugeschickt. Neben Beauty-Produkten wie Sonnencreme und Nahrungsergänzungsmitteln gibt es vor allem Lebensmittel: Nudeln aus roten Linsen, Hanfpesto, Mandel-Cranberry-Crunch. Zu jedem Produkt finden die Kunden einen ausführlichen Text der Greenisten. Wofür es ist, was es bewirkt, womit es sich kombinieren lässt.

„Wir betreiben sehr viel Fleißarbeit. Das ist Liebhaberei“, so Thorsten Piontek. Leben kann er davon nicht. Muss er zum Glück auch nicht. Der Hamburger ist seit 15 Jahren erfolgreicher Unternehmer und als einer der Internet-Pioniere bekannt. Er betreibt bereits einen großen Onlinehandel. Greenist ist ein Herzensprojekt, dass er Anfang des Jahres mit seiner Frau Uta Dinglinger und einem kleinen Team verwirklicht hat. Das Wissen hat er sich angelesen.

Mit viel Herzblut arbeitet der Unternehmer am Erfolg, der Authentizität sowie Umsetzung. „Gesunde Ernährung soll schmecken und Spaß machen“, meint er. „Wir wollen unseren Kunden zeigen, dass bio und vegan nicht gleich Reformhaus ist.“

Und so spielt auch das Design bei Greenist eine große Rolle. Graphik-Designer Christian Kunze beurteilt das Design der Fremdprodukte. Die Optik sei ein wichtiges Kriterium bei der Produktauswahl. Ann-Christin Stender setzt sich dann mit jedem Produkt genau auseinander. Zugeschickte Waren werden von der Ökotrophologin geprüft. „Wir sind sehr bedacht und gucken sehr genau hin.“ Rund 30 Prozent fällt aufgrund von Inhaltsstoffen oder Geschmack durch. Letzteres ist den Hamburgern ebenso wichtig. Und so wird in der Gemeinschaft getestet.

Bis jetzt sind erst 500 Produkte im Greenist-Shop. Doch die Zahl soll sich bis Jahresende vervierfachen. Idealerweise. Seit einem halben Jahr gibt es das Start-Up. Jeden Monat verdoppeln sich die Bestellungen. Noch sind es aber nicht viele. „Täglich liegen wir im zweistelligen Bereich“, so Thorsten Piontek. Ein Logistikdienstleister in Hamburg-Billbrook übernimmt die Abwicklung.

Sein wenigen Wochen gibt es bei Greenist auch Birkenwasser zu kaufen: Das Detox-Getränk, das aus der Birke abgezapft werden kann, gilt als Superfood. „Das Birkenwasser am Markt hat uns nicht überzeugt, also haben wir es selbst produzieren lassen“, so Piontek. Bio-zertifiziert, nachhaltig geerntet und ohne Zusatzstoffe. Weitere Eigenprodukte sind nicht ausgeschlossen. Und auch sonst soll der Shop sich kontinuierlich weiterentwickeln. „Wir könnten uns vorstellen, bestimmte Themenboxen oder auch Abos anzubieten“, so Ann-Christin Stender. Außerdem wollen sie Rezepte zu den Artikeln anbieten. Das passende Online-Magazin soll noch in diesem Jahr kommen. Denn: Viele wüssten gar nicht, was sie eigentlich aus Aprikosenkernöl, Quinoa oder Cashewmus zaubern können.


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