Hamburg : Start ins neue Schuljahr mit mehr Lehrern und Schülern

Um die Rechtschreibung zu verbessern, wird es unter anderem mehr Deutsch-Klassenarbeiten geben.

shz.de von
14. August 2018, 16:42 Uhr

Hamburg | So viele Schüler wie nie, so viele Lehrer wie nie – und der Schulsenator verschärft die Gangart im Unterricht: Hamburgs knapp 200.000 Schülern an allgemeinbildenden Schulen steht ein anspruchsvolles Jahr bevor. „Trotz dieses Wachstums wollen wir die Qualität unserer Schulen weiterhin durch mehr Pädagogen und erhebliche Investitionen in den Schulbau verbessern“, sagte Ressortchef Ties Rabe (SPD) beim Ausblick auf das am Donnerstag beginnende Schuljahr.

   Geprägt ist dieses von fünf westlichen Entwicklungen:

• Schülerzahl:

Mit 199.200 Jungen und Mädchen an allgemeinbildenden Schulen erreicht die Schülerzahl einen Rekord; 14.666 davon sind Erstklässler. Insgesamt ist das ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 2170, seit 2010 gibt es 18.000 Schüler mehr.

• Lehrer:

Einen Höchstwert gibt es auch bei der Zahl der Pädagogen an den staatlichen Schulen. 15.800 Vollzeitstellen sind es in diesem Schuljahr, etwa 370 mehr als ein Jahr zuvor. 1421 der Stellen entfallen auf Aufgaben in der Inklusion. Laut Rabe sind die Kollegien seit 2010 um 21 Prozent angewachsen.

• Gastschüler:

Die Zahl der Gastschüler aus Schleswig-Holstein ist deutlich rückläufig. Auf Basis des Gastschulabkommens besuchen nur noch 155 Jungen und Mädchen aus dem nördlichen Nachbarland die fünften Klassen der staatlichen weiterführende Schulen in der Metropole; im Vorjahr waren es noch 217. 182 weitere Schüler besuchen fünfte Klassen an sechsjährigen Grundschulen.

• Schulbau:

Bis 2020 investiert eine Milliarde Euro in Neubau und Sanierung von Schulen. Rabe: „Mehr Schüler, das bedeutet auch immer größere und bessere Schulgebäude.“ Unter anderem sind sechs neue Grundschulen, zwei Gymnasien und eine Stadtteilschule geplant.

• Unterricht

Auch im Unterricht gibt der Schulsenator Gas. Schüler an Stadtteilschulen in den Klassen 5 bis 8 erhalten pro Woche eine zusätzliche Unterrichtsstunde in Deutsch und Mathematik. Bundesweit habe Hamburg Nachholbedarf.  Ein besonderes Augenmerk gilt den Rechtschreibfähigkeiten. Weil der Stadtstaat hier bundesweit hinterherhinkt, wird richtiges Schreiben deutlich intensiver gelehrt. Ein Musterlehrplan regelt nun genau, welche Rechtschreibphänomene in welchen Klassenstufen der Grundschule unterrichtet werden müssen. Erstmals wird ein Mindestumfang an Rechschreibunterrichtsstunden festgelegt. Zudem schreiben Schüler der Klassen 3 bis 8 künftig pro Jahr sechs statt vier Deutsch-Arbeiten; die beiden zusätzlichen gelten ausschließlich dem Thema Rechtschreibung. Schließlich wird ab Klasse 3 für alle Fächer eine „Korrekturpflicht“ von Rechtschreibfehlern eingeführt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen