zur Navigation springen

Indien-Reise : Staatsanwaltschaft beantragt Strafbefehl gegen Bischof von Limburg

vom

Der Bischof von Limburg gerät immer weiter unter Druck. Jetzt beantragt die Hamburger Staatsanwaltschaft Strafbefehl. Franz-Peter Tebartz-van Elst soll vor Gericht eine eidesstattliche Erklärung zur umstrittenen Indien-Reise abgegeben haben, die nicht der Wahrheit entspricht.

Hamburg | Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung in zwei Fällen beantragt. Das teilte die Ermittlungsbehörde am Donnerstag mit. Es geht um Aussagen des Geistlichen über einem Flug nach Indien.

In zwei Zivilverfahren vor dem Landgericht Hamburg gegen den Spiegel-Verlag, Spiegel-Online und einen Journalisten ließ Tebartz-van Elst jeweils eine von ihm unterzeichnete eidesstattliche Erklärung einreichen. In dieser gab er an, es habe im Gespräch über die umstrittene Indien-Reise  keine erneute Rückfrage des Journalisten mit dem Vorhalt „Aber Sie sind doch erster Klasse geflogen?“ gegeben. Er selbst habe auch nicht auf einen solchen Vorhalt die Antwort gegeben „Business-Klasse sind wir geflogen.“ Diese Erklärung ist nach dem Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen falsch. Meineid wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Unterdessen verteidigte der Limburger Bischof  die Kostenexplosion für den Neubau seiner Residenz jetzt persönlich. Er verstehe, dass man bei der hohen Summe von 31 Millionen Euro erschrecke, sagte der katholische Bischof der "Bild"-Zeitung. "Aber dahinter stehen zehn einzelne Bauprojekte. Man muss viele Details kennen, etwa die Auflagen des Denkmalschutzes." Der hessische Denkmalschutz bestreitet aber, Auflagen gemacht zu haben. Den Vorwurf des verschwenderischen Umgangs mit Kirchenmitteln wies Tabartz-van Elst im Interview zurück. "Wer mich kennt, weiß, dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche", sagte er.

Auf Forderungen nach einem Rücktritt ging der Bischof nicht konkret ein. "Am Wochenende will ich mich in einem Brief an die Gläubigen des Bistums wenden und manches klarstellen", kündigte er an. Es war das erste Mal, dass sich der Bischof öffentlich äußerte, nachdem zu Wochenbeginn bekannt wurde, dass sich die Ausgaben für die neue Residenz um ein Vielfaches gesteigert hatten.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Okt.2013 | 10:21 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen