Hamburg-Alsterdorf : Spielendes Kind angeschossen - Drei Jahre Haft für 54-Jährigen

Der Mann soll aus Verärgerung über Lärm geschossen haben. Der 13-Jährige musste operiert werden.

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11. Mai 2017, 08:32 Uhr

Hamburg | Für Schüsse mit einem Luftgewehr auf ein spielendes Kind in Hamburg-Alsterdorf soll ein 54-Jähriger für drei Jahre ins Gefängnis. Das Amtsgericht verurteilte ihn am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Mit der Strafe entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte eine Bewährungsstrafe gefordert.

Der frühere Bundeswehroffizier hatte nach Angaben des Gerichts aus Verärgerung über den Lärm des fußballspielenden Jungen zur Waffe gegriffen. Er schoss vom Balkon einer Wohnung aus und traf den 13-Jährigen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verfehlte der Schütze den Jungen zunächst, lud dann nach und traf ihn mit einem sogenannten Diabolo-Geschoss. Der 13-Jährige, der in etwa 35 Metern Entfernung auf einem Spielplatz Fußball spielte, erlitt eine blutende Wunde im Rippenbereich. Das Projektil musste im Krankenhaus herausoperiert werden.

Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Der 54-Jährige hat nach Angaben eines Gerichtssprechers eingeräumt, mit einem Luftgewehr Schüsse in Richtung des Kindes abgegeben zu haben. Er habe aber nicht das Kind treffen wollen, sondern auf den Ball gezielt.

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