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Überlastete Strassen : Spediteure: Hamburg kurz vor dem Verkehrsinfarkt

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Die Klagen des Transportgewerbes wegen der überlasteten Straßen rund um Hamburg werden immer lauter. Die Spediteure befürchten den kompletten Stillstand. Für das laufende Jahr erwarten sie dennoch steigende Gewinne.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 16:10 Uhr

Hamburg | Die Verkehrssituation in der Metropolregion Hamburg hat nach Ansicht des Speditionsgewerbes chaotische und teils unhaltbare Zustände erreicht. „Der Infarkt droht“, sagte Johan P. Schryver, Vorsitzer des Vereins Hamburger Spediteure (VHSp), am Donnerstag bei der Jahresversammlung in Hamburg. Die für den Verkehr eingesetzten Finanzmittel hätten in den vergangenen Jahren nicht einmal im Ansatz ausgereicht, den Investitionsstau zu reduzieren, geschweige denn aufzulösen. „Jetzt rächt sich, dass Straße, Schiene und Wasserstraße auf Verschleiß gefahren wurden“, sagte Schryver.

Die angespannte Verkehrslage in Hamburg sei längst international zum Thema geworden und bedrohe den Ruf der Hansestadt als zuverlässige Verkehrsdrehscheibe. Positiv wertete Schryver den geplanten Neubau der A26 Ost, die früher als Hafen-Querspange bekannt war. Das bedeute den direkten Anschluss des Hafens an die Autobahnen A1 und A7. „Erst jetzt besinnt man sich langsam, durch verstärkte Investitionen den Supergau zu verhindern“, sagte der Vereinsvorsitzer. Doch wenn endlich investiert werde, würden die Verkehrsverhältnisse zunächst einmal noch schlechter, weil keine Ausweichstrecken an Baustellen zur Verfügung stünden. Alle bereits begonnenen und geplanten Baustellen müssten deshalb gut koordiniert werden. Mehr Geld für die Verkehrsinfrastruktur sei mittel- und langfristig der einzige Weg zu einer Verbesserung der Situation. Die Verkehrswirtschaft sei bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Auf konkrete Vorschläge, etwa von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), ging Schryver nicht ein.

Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Uwe Beckmeyer (SPD), sagte den Spediteuren seine Unterstützung zu. Die Wachstumschancen der Seehäfen von rund 2,8 Prozent jährlich könnten nur ausgeschöpft werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Damit der Verkehr fließen könne, sei eine leistungsfähige Infrastruktur notwendig. Beckmeyer vermied jedoch konkrete Aussagen, die über den Koalitionsvertrag hinausgegangen wären und verwies auf fünf Milliarden Euro zusätzlichen Investitionsmittel in den kommenden vier Jahren. Investitionen in die Anbindung der Seehäfen hätten hohe Priorität.Im VHSp sind mehr als 300 Unternehmen mit rund 15.000 Beschäftigten organisiert. Er feiert in diesem Jahr sein 130-jähriges Bestehen.

Eine Konjunkturumfrage, an der sich rund ein Drittel der Mitglieder beteiligten, ergab positive Perspektiven der Branche für das laufende Jahr. Fast 90 Prozent der Spediteure erwarten stabile oder steigende Umsätze und wollen ihre Mitarbeiterzahl halten oder aufstocken. Rund drei Viertel der Firmen rechnet auch mit stabilen oder steigenden Gewinnen.

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