Hamburg : SPD und Grüne wollen Schadstoffausstoß von Barkassen und Fähren senken

<p>Barkasse auf der Elbe mit königlichem Besuch: An Bord befanden sich im Juli 2017 Prinz William und Kate. /Archiv</p>

Barkasse auf der Elbe mit königlichem Besuch: An Bord befanden sich im Juli 2017 Prinz William und Kate. /Archiv

Der Anteil der Emissionen der Wasserfahrzeuge ist erheblich. Gasantriebe sollen Besserung bringen.

shz.de von
07. Mai 2018, 17:40 Uhr

Hamburg | Die Rot-Grüne Koalition in Hamburg will erreichen, dass private Barkassen- und Fährbetriebe sowie Schlepper weniger umweltschädliche Abgase ausstoßen. Dazu wollen beide Parteien in der nächsten Bürgerschaftssitzung eine Initiative einbringen, die die Betreiber ermutigen soll, „klimafreundlichere Lösungen für ihre Schiffe zu finden“.

Nach Angaben der Regierungsparteien vom Montag werden etwa 90 Prozent der Gesamtemissionen der Innerhafenverkehre von den genannten Wasserfahrzeugen produziert.

Ziel der Initiative sei, ein Bündnis mit den Betrieben zur Verbesserung der Luftqualität im Hafen aufzulegen. Darin soll die Hamburger Hafenbehörde ihr Wissen um alternative Kraftstoffe (z.B. verflüssigtes Erdgas) und Antriebsarten einbringen sowie Förderungen aufzeigen und die Betriebe entsprechend beraten. Bis zum 2. Quartal 2019 soll der Senat die Bürgerschaft dann über die Ergebnisse der Initiative unterrichten.

Deutschland steht in der Pflicht. Denn die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) verlangt, dass schon bis 2020 der Schwefelausstoß der Schiffe um 86 Prozent gesenkt wird. Auch die Stickoxid-Emissionen sollen deutlich reduziert werden. Mit dem flüssigen Naturgas könnten die neuen Richtlinien erfüllt werden. Doch noch immer hapert es bei der Infrastruktur. In vielen Welthäfen gebe es noch keine Versorgung mit LNG, bemängelt der Verband Deutscher Reeder. In Deutschland wird noch immer darüber gerungen, ob in Wilhelmshaven oder in Brunsbüttel das erste Tankterminal entstehen soll. Nach einer Mitteilung der Deutschen Schifffahrts-Zeitung fuhren im vergangenen Jahr erst 118 Schiffe mit LNG. Rund die Hälfte davon waren norwegische Fähren.

So sauber ist LNG:

Liquefied Natural Gas (LNG), so lautet die englische Bezeichnung für das verflüssigte Erdgas, mit dem die Schiffe künftig sauberer werden können. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums verursacht LNG keinerlei Schwefeloxid-Emissionen. Stickoxid-Emissionen werden im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen um bis zu 90 Prozent und Partikel-Emissionen um 98 Prozent reduziert.

mit dpa

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