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Hamburg : Sozialsenator Scheele sagt zum Tod Yagmurs aus

vom
Aus der Onlineredaktion

Inwiefern sind die Hamburger Behörden Schuld am Tod von Yagmur? Das untersucht am Dienstag der Untersuchungsausschuss.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 07:33 Uhr

Hamburg | Hamburgs Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) ist an diesem Dienstag als Zeuge im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Tod der dreijährigen Yagmur (17 Uhr) geladen. Es wird davon ausgegangen, dass er sich als oberster Dienstherr ausgiebig zum Kinderschutzsystem in der Hansestadt äußern wird.

Yagmur war am 18. Dezember 2013 mutmaßlich durch die Hand ihrer Mutter an den Folgen von Misshandlungen gestorben, obwohl das Kind seit seiner Geburt von insgesamt drei Jugendämtern betreut worden war. Im Ausschuss geht es nun um strukturelle und politische Verantwortlichkeiten. Die Bürgerschaftsabgeordneten untersuchen, inwieweit den Behörden Versäumnisse anzulasten sind.Die politische Verantwortung hat die Sozialbehörde bereits übernommen. Sozialstaatsrat Jan Pörksen (SPD) hatte als Nummer zwei hinter Senator Scheele Mitte September im Ausschuss erklärt: „Die politische Verantwortung für das Gesamtsystem der Jugendhilfe in der Stadt Hamburg trägt die Leitung. (...) Natürlich tragen wir die politische Gesamtverantwortung.“ 

Yagmurs 27 Jahre alte Mutter muss sich derzeit wegen Mordes vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Der ein Jahr jüngere Vater des Kindes ist angeklagt, weil er das Mädchen nicht geschützt haben soll. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Zuletzt hatte das Gericht eine Entlassung des Vaters abgelehnt.

Sozialstaatsrat Pörksen hatte in seiner mehrstündigen Zeugenaussage betont: „Es fehlt nicht in erster Linie an Regeln und Regularien.“ Vielmehr gehe es darum, die Regeln umzusetzen und dabei das Kindeswohl stets im Mittelpunkt aller Überlegungen zu sehen. „Wir erwarten (...), dass wie bei einem Arzt die Diagnose laufend infrage gestellt wird.“ Gerade für den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), der Wächter und Helfer zugleich sei, sei das schwer. Auch deshalb sei im Frühjahr 2012 ein Qualitätsmanagement installiert und auch eine Jugendhilfeinspektion eingeführt worden.

Ende August hatte der Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte, Andy Grote, Fehler seiner Behörde eingeräumt. „Wir waren nicht dicht genug an dem Mädchen dran, die Gefährdungssituation ist nicht richtig eingeschätzt worden“, sagte er. Gleichzeitig verwies er wie Pörksen auf zahlreiche Maßnahmen, die nach Yagmurs Tod umgesetzt worden seien, um derartige Fälle künftig zu vermeiden.

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