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Nach Urteil in Hamburg : Somalischer Pirat wehrt sich gegen Ausweisung

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Die Stadt Hamburg will zehn somalische Seeräuber ausweisen. Sie sind wegen eines Überfalls auf einen Frachter vor der afrikanischen Ostküste verurteilt worden. Ein Pirat geht nun vor Gericht. Er hat Angst, in sein Heimatland zurückkehren zu müssen.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 15:18 Uhr

Hamburg | Ein somalischer Seeräuber, der im bundesweit ersten Piraten-Prozess in Hamburg verurteilt wurde, wehrt sich vor Gericht gegen seine Ausweisung. Wenn er in das von Bürgerkrieg zerrüttete Land zurückkehre, sei das Leben des Mannes in Gefahr, sagte seine Anwältin Gabriele Heinecke am Freitag vor dem Hamburger Verwaltungsgericht. Der Kläger - er wurde 1984 geboren - betonte: „Ich bitte darum, dass man mich nicht dorthin zurückschickt, wo ich nicht mal eine Stunde überleben kann.“ Es ist der erste Fall, der verhandelt wird. Die Stadt Hamburg will alle zehn verurteilten somalischen Piraten ausweisen lassen.

Das Urteil will das Gericht den Beteiligten zusenden - wann, ließ die Vorsitzende Richterin offen. Laut Gesetz werden ausländische Straftäter ausgewiesen, die zu einer Haftstrafe von mindestens drei Jahren verurteilt wurden. Deutschland schiebt derzeit allerdings nicht nach Somalia ab. Deshalb ist völlig offen, ob und wann der Pirat tatsächlich abgeschoben werden könnte.

Das Hamburger Landgericht hatte zehn somalische Piraten im Oktober 2012 nach fast zwei Jahren Verhandlung zu Haftstrafen zwischen zwei und sieben Jahren verurteilt. Nach Überzeugung der Richter hatten sie am Ostermontag 2010 den Hamburger Frachter „Taipan“ vor der Küste Somalias beschossen und gekapert. Ein niederländisches Marinekommando hatte die 15-köpfige Besatzung Stunden später befreit.

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