Nach G20-Krawallen : Soko „Schwarzer Block“: Polizei durchkämmt Wohnungen in SH und HH

Mehr als ein Jahr nach den G20-Krawallen hat die Polizei die Wohnungen von mutmaßlichen linken Gewalttätern durchsucht.

shz.de von
15. August 2018, 18:29 Uhr

Hamburg | Die Soko „Schwarzer Block“ der Polizei durchsuchte am Mittwoch in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen neun Wohnungen. Dabei unterstützten sie die jeweiligen Landespolizeien. Die Beamten ermitteln gegen Personen im Alter von 18 bis 54 Jahren. „Die heutige Durchsuchungsaktion ist ein weiterer wichtiger Schritt dazu, G20-Gewalttäter zu überführen“, sagte Polizeipressesprecher Timo Zill.

Den neun Verdächtigen werden schwere Landfriedensbrüche, Widerstand und tätliche Angriffe gegen Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzungsdelikte im Zusammenhang mit den Ausschreitungen der „Welcome to hell“-Demonstration im Schanzenviertel während der G20-Demonstrationen vorgeworfen. Sie sollen Polizeikräfte mit Glasflaschen und Steinen beworfen haben, einen Supermarkt geplündert und Barrikaden errichtet und in Brand gesetzt haben.

Die Polizisten deckten die Identität der vermutlichen Täter auf, indem sie das umfangreiche Bild- und Videomaterial auswerteten. In den Wohnungen fanden die Beamten umfangreiches Beweismaterial, teilt die Polizei mit. Hinzukamen diverse Zufallsfunde:

In der Wohnung eines 31-Jährigen aus Hamburg-Rahlstedt fanden die Polizisten etwa ein Kilogramm mutmaßliches Marihuana und eine in einem Faltschrank betriebene Marihuana -Plantage mit abgeernteten Pflanzen. Auch ein 30-Jähriger aus Harmstorf hatte 29 abgeerntete Marihuanapflanzen in seiner Wohnung versteckt. Zudem fanden die Polizisten bei ihm eine Schreckschusssignalwaffe mit Munition.

Bei einem 25-Jährigen aus Hamburg-Sasel entdeckten die Beamten als Zufallsfund etwa 20.000 Euro Bargeld, dessen Herkunft nicht eindeutig geklärt werden konnte und das sie deshalb sicherstellten.

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