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„Warum nicht Blankenese?“ : Soko „Schwarzer Block“ ermittelt gegen Flora-Anwalt Andreas Beuth

vom

25 Strafanzeigen liegen gegen den „Sprecher der Autonomen“ vor. Bei einer Verurteilung droht eine Haftstrafe.

shz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 10:41 Uhr

Hamburg | Wegen seiner umstrittenen Aussagen nach den Krawallen beim G20-Gipfel geht es Autonomen-Rechtsanwalt Andreas Beuth nun an den Kragen. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, ermittelt die zur Aufklärung der G20-Ausschreitungen eingerichtete Sonderkommission „Schwarzer Block“ auch gegen den 64-Jährigen. Ihm wird die Belohnung und Billigung von Straftaten vorgeworfen. Insgesamt liegen nach Polizeiangaben 25 Strafanzeugen gegen Beuth vor.

Während am Sonntag nach dem Gipfel die Hamburger gemeinsam die Straßen zurückeroberten, sagte Beuth, der sich selbst als „Sprecher der Autonomen“ bezeichnet, in einem Interview mit dem NDR: „Wir als Autonome (…) haben gewisse Sympathien für solche Aktionen, aber doch nicht im eigenen Viertel (…)? Also warum nicht irgendwie in Pöseldorf oder Blankenese? Also da gibt’s auch bei uns großes Unverständnis, dass man im Schanzenviertel die eigenen Geschäfte zerlegt.“

 

Rasend schnell machte der Interviewschnipsel in den sozialen Medien die Runde und sorgte bundesweit für Empörung. „Diese widerwärtige Sympathiebekundung und die verdeckte, bösartige Aufforderung, solche Taten (auch) in anderen Stadtteilen zu begehen, beschämen die mehr als 10.000 Rechtsanwälte in Hamburg bis in das Herz“, distanzierte sich der Präsident der Hamburger Rechtsanwaltskammer, Otmar Kury, von seinem Kollegen Beuth, der seit 1983 als Rechtsanwalt zugelassen ist. Kritik gab es aber auch aus den eigenen Reihen.

Am Montag nach den Krawallen ruderte Beuth dann öffentlich zurück. „Wir haben insbesondere am Freitag eine neue, abscheuliche Dimension der Gewalt dieser Menschen gesehen“, sagte er im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt und beteuerte, sich zuvor missverständlich ausgedrückt zu haben. Als Leiter der eskalierten Demonstration „Welcome to Hell“ trage er eine politische Mitverantwortung an den Ausschreitungen.

Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen Beuth dem Bericht des Abendblatts zufolge eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft.

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