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Rockerkrieg in Hamburg : „Soko Rocker“ kämpft gegen „Mongols“ und „Hells Angels“

vom

Der Bandenkrieg zwischen zwei verfeindeten Rockerclubs in Hamburg eskaliert. Erst eine Explosion, dann eine Schießerei und ein Messerangriff. Die Polizei will mit einer Sonderkommission Schlimmeres verhüten.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 15:49 Uhr

Hamburg | Mit der Bildung einer Sonderkommission reagiert die Hamburger Polizei auf die zunehmende Gewalt zwischen verfeindeten Rockergruppen in der Hansestadt. Die „Soko Rocker“ werde aus 50 Kripo-Beamten bestehen, teilte Pressesprecher Jörg Schröder am Montag mit. Chef der Kommission wird Mirko Streiber, der bis Mai vergangenen Jahres die Pressestelle leitete.

Seit Monaten gärt der Streit zwischen den Rockergruppen im Hamburger Rotlichtviertel. Vor fünf Jahren tobte auch in Schleswig-Holstein ein Machtkampf zwischen den „Hells Angels“ und den „Bandidos“. Das Innenministerium griff hart durch und verbot die beteiligten Gruppierungen aus Flensburg, Kiel und Neumünster.

Die Soko solle repressiv gegen Straftäter aus der Rockerszene vorgehen, aber auch präventiv wirken, sagte Schröder. Als Beispiele nannte er vermehrte Razzien, eine stärkere Präsenz an Szenetreffpunkten oder eine Ansprache von sogenannten Gefährdern. Die Beamten sollen ferner prüfen, ob ein Verbot des Rockerclubs Mongols möglich ist. Die rivalisierenden Hells Angels sind in Hamburg schon seit 1983 verboten. Dennoch wurde der Einfluss des Motorradclubs in der Hansestadt nie wirklich beendet.

Ausschlaggebend für die Gründung der Soko seien die Schüsse auf ein Taxi nahe der Reeperbahn gewesen, in dem am Montag vergangener Woche mehrere „Mongols“ vor einem Angriff der „Hells Angels“ flüchten wollten. Weil dabei auch unbeteiligte Menschen gefährdet wurden, entschloss sich die Hamburger Polizei zu der Neuaufstellung ihrer Ermittler.

Das Taxi wird von Polizisten durchsucht.

Das Taxi wird von Polizisten durchsucht.

Foto: dpa
 

Einer von zwei bei dem Zwischenfall verletzten „Mongols“ wurde am vergangenen Samstag in Hamburg-Horn erneut angegriffen. Unbekannte attackierten ihn mit einem Messer. Der 26-Jährige erlitt einen hohen Blutverlust. „Er ist mächtig verletzt worden“, sagte eine Polizeisprecherin. Lebensgefahr bestehe aber nicht. Im Rahmen einer Sofortfahndung nahm die Polizei zwei Männer im Alter von 20 und 21 Jahren fest. Sie sollen zu den drei oder vier Verdächtigen gehören, die die Polizei für die eigentlichen Täter hält. Sie kamen aber wieder auf freien Fuß. Insgesamt wird gegen acht Personen ermittelt. Die Tatwaffe, ein Messer, fanden die Ermittler am Montag am Tatort.

Am Wochenende hatten Beamte des Mobilen Einsatzkommandos sieben Wohnungen mutmaßlicher Tatbeteiligter und einen Saunaclub durchsucht - ohne aber Mitglieder der rivalisierenden „Hells Angels“ anzutreffen.

Seit Monaten gibt es Streit zwischen den beiden Rockergruppen im Rotlichtviertel. Im Oktober hatte eine Explosion am Sportwagen des Chefs der „Mongols“ in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Ein Sprengsatz war unter dem Lamborghini detoniert, als der Mann das Auto ausparken wollte. Er blieb unverletzt, aber der Wagen, umliegende Fensterscheiben und eine Stahltür wurden beschädigt. Im Dezember wurde der 37-Jährige in einer spektakulären Aktion in seiner Penthouse-Wohnung verhaftet, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll.

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