Hamburg-Langenhorn : Smart auf der falschen Seite betankt – Fahrzeug brennt ab

Das Wrack des Smart steht schwer beschädigt neben der Tankstelle. Besitzerin Maryam M. gibt dem Hersteller eine Teilschuld.

Das Wrack des Smart steht schwer beschädigt neben der Tankstelle.

Die Fahrerin erwartet eine Anzeige wegen Brandstiftung. Die 39-Jährige sieht die Schuld aber auch beim Hersteller.

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04. Oktober 2018, 07:19 Uhr

Hamburg | Es ist der Horror für jeden Tankstellenpächter: Ein Fahrzeug wird falsch betankt und plötzlich steht es in Flammen. So geschehen am Mittwoch, dem Tag der Deutschen Einheit um 14.15 Uhr.

Eine Frau wollte ihren Smart betanken. Doch statt direkt in den Tank, füllte sie das Benzin in die Luftansaugung des Motors. Das Benzin tropft auf den Boden. Eine große Pfütze entsteht. Doch die Frau informiert über dieses Missgeschick nicht das Tankstellenpersonal, sondern will das Auto zur Seite fahren. Gemeinsam mit ihrem Vater sitzt die Fahrerin, Maryam M., sofort in der Flammenhölle.

Später erhebt sie schwere Vorwürfe gegen den Hersteller des Fahrzeuges und auch gegen die Feuerwehr: „Wieso ist das nicht gekennzeichnet, dass man dort nichts einfüllen darf. Es sieht genauso aus, wie der Tank. Ich habe das Auto erst seit einem Tag. So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Die Frau hat nun nicht nur mit dem Schaden an dem Auto zu kämpfen: „Die Polizei hat gesagt, ich bekomme eine Anzeige wegen Brandstiftung“, sagt M.,schüttelt den Kopf und bricht fast in Tränen aus. „Ich habe das doch nicht absichtlich getan. Ich habe aus Versehen auf der falschen Seite getankt. Ich bin nur froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Ich möchte mich auch bei der Jet (Anm. d. Red. der Tankstellenkette) und allen entschuldigen für mein Missgeschick.“ Sie habe zu spät reagiert und wollte schnell das Auto einfach zur Seite fahren. Dann habe ihr Vater plötzlich „Aussteigen, Aussteigen, Feuer, Feuer!“ geschrien. „Da habe ich das erst realisiert“, sagt die 39-Jährige.

Doch zum Glück eilen Mitarbeiter zu ihr, löschen das brennende Auto mit den in der Tankstelle vorgehaltenen Pulverlöschern. Gleichzeitig wird die Feuerwehr alarmiert. Ein Großaufgebot rast zur Einsatzstelle. Tankstellenpächter Alirez Ramyarfard rettete die Situation durch beherztes Eingreifen, spielt seine Heldentat jedoch herunter: „So wie wir es bei der Schulung gelernt haben: Wir haben wir den Strom abgestellt. Dann bin ich schnell mit der Sicherheitsweste rausgelaufen und habe alle Menschen evakuiert. Wir haben vier Feuerlöscherflaschen gebraucht um die Flammen zu ersticken. Das war nicht leicht. Doch wir konnten das Feuer löschen bis die Fachleute der Feuerwehr da waren und es übernommen haben.“

„Natürlich ist man sensibilisiert, ich habe auch nicht gewusst, dass es eine tank-ähnliche Öffnung gibt. Das war für mich auch eine Premiere. Natürlich werde ich jetzt darauf achten, wenn ein Smart hier auf den Hof fährt“, sagt Ramyarfardl und ergänzt: „Es hätte genauso einem Mann passieren können.“

Volker Jürgensen, Einsatzleiter der Feuerwehr Hamburg: „Für die Betankung wurde scheinbar eine falsche Öffnung verwendet. Wie man hört, passiert so etwas öfter. Ich hatte bisher auch nur davon gehört und so einen Einsatz hatte ich noch nicht.“

Mindestens drei Stunden blieb die Tankstelle am Einheitstag für Kunden gesperrt. Die Straße am Krankenhaus Heidberg war ebenfalls während des Feuerwehr-Einsatzes gesperrt worden. Der Smart ist vermutlich ein Totalschaden.

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