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Chefdirigent der Symphoniker Hamburg : Sir Jeffrey Philip Tate ist tot

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Der britische Dirigent starb in Italien an einem Herzinfarkt. Er wurde 74 Jahre alt.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2017 | 19:08 Uhr

Hamburg/Bergamo | Der englische Dirigent Sir Jeffrey Tate ist tot. Der Chefdirigent der Hamburger Symphoniker starb am Freitag im Alter von 74 Jahren in Bergamo an einem Herzinfarkt, sagte ein Sprecher der Hamburger Symphoniker. Zuvor hatten Medien darüber berichtet. Tate zählte zu den renommiertesten und vielseitigsten Dirigenten seiner Generation. Neben den Musikdramen Richard Wagners bildeten die Werke Mozarts und Richard Strauss' einen Schwerpunkt in seinem vielfältigen Repertoire.

Trotz einer angeborenen Wirbelsäulenverformung studierte Tate zunächst Medizin in Cambridge und arbeitete zwei Jahre lang als Assistenzarzt in London. Seine musikalische Laufbahn begann er am Royal Opera House Covent Garden in London. Er arbeitete als Assistent von Herbert von Karajan in Salzburg und James Levine in New York bevor er als Assistent von Pierre Boulez 1976 am so genannten Jahrhundert-Ring der Bayreuther Festspiele mitwirkte.

Tate galt als einer der bedeutendsten Interpreten der Musik Richard Wagners. Er hat den ersten vollständigen Pariser „Ring“ der Nachkriegszeit und die erste komplette „Ring“-Aufführung in Australien dirigiert. Es folgten Stationen an der New Yorker Metropolitan Opera, beim English Chamber Orchestra, beim Orchestre National de Paris und am Theatro San Carlo in Neapel.

Seit der Saison 2009/2010 war Tate Chefdirigent der Hamburger Symphoniker, zu denen er eine besondere Beziehung aufbaute. Mit einem abwechslungsreichen Programm und publikumswirksamen Aktionen wie öffentlichen Proben eroberten sie gemeinsam das hanseatische Publikum. Kritiker lobten Tate als „einen Präzisionsliebhaber“ und „Genießer des Details“. Sein Musikmachen sei das Resultat „aus Überlegung, Wissen, Sensibilität, Erfahrung und Magie“. Sitz der Hamburger Symphoniker ist die Hamburger Laeiszhalle.

Das Video zeigt die Symphoniker und ihren Chefdirigentin bei Proben des Stücks „Benjamin Britten: ,A Time There Was'“:

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