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Sexuelle Übergriffe : Silvesternacht in Hamburg: Polizei löst Sonderkommission auf

vom
Aus der Onlineredaktion

Es gab 243 Strafanzeigen, 21 Tatverdächtige wurden ermittelt. Jetzt übernimmt das LKA.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2016 | 16:51 Uhr

Hamburg | Drei Monate nach den massenhaften sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht hat die Hamburger Polizei ihre Sonder-Ermittlungsgruppe aufgelöst. „Die meisten Spuren sind abgearbeitet“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Beamten würden die Ermittlungen aber fortsetzen. Federführend sei nun die Abteilung für Sexualdelikte im Landeskriminalamt.

Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in mehreren deutschen Städten hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Für die Polizei gestaltete sich die Aufklärung der vielen Fälle sehr schwierig. Zum einen wegen der hohen Anzahl an Anzeigen, zum anderen wegen der teilweise sehr undurchsichtigen Beweislage.

Die Hamburger Sonderkommission war Anfang Januar gegründet worden, um die Ermittlungen zu bündeln. Sie bearbeitete 243 Strafanzeigen von 403 betroffenen Frauen und ermittelte 21 Tatverdächtige. Fünf von ihnen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Einem weiteren Inhaftierten wird eine Vergewaltigung in der Silvesternacht in Hamburg-Stellingen vorgeworfen. Zuletzt wurden am 10. März ein 21-jähriger Marokkaner in einer Bremer Flüchtlingsunterkunft und ein 25-jähriger Iraner in einer Hamburger Erstaufnahmeeinrichtung verhaftet.

Gegen einen 29-jährigen Afghanen, der als erster Tatverdächtiger am 21. Januar verhaftet worden war, hat die Staatsanwaltschaft inzwischen Anklage wegen sexueller Nötigung erhoben, wie eine Sprecherin mitteilte. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft sind unter den 21 Tatverdächtigen sieben Afghanen, je drei Algerier, Syrer und Iraner, zwei Marokkaner sowie je ein Tunesier, Chilene und ein Mann aus dem früheren Jugoslawien.

Fast alle Opfer der Übergriffe seien inzwischen befragt worden, einige zum Teil mehrfach. Ein Problem sei der späte Zeitpunkt vieler Anzeigen gewesen. Mögliche DNA-Spuren seien verloren gegangen, weil die Frauen ihre Kleidung oft schon gewaschen hatten. Geholfen hätten den Ermittlern aber die sehr guten Aufnahmen eines Fotografen, der die Ereignisse auf St. Pauli aus dem zweiten Stock eines Gebäudes festhielt. Den Frauen wurden auch Handys gestohlen, die habe die Polizei an verschiedenen Orten im gesamten Bundesgebiet aufspüren können.

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