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Von Landungsbrücken bis Reeperbahn : Silvester in Hamburg: Das neue Sicherheitskonzept der Polizei

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Nach dem Anschlag in Berlin hat die Polizei ihre Maßnahmen nochmal überarbeitet.

Hamburg | Nach den Erfahrungen der Silvesternacht vor einem Jahr hat die Hamburger Polizei ihr Sicherheitskonzept für die anstehenden Neujahrsfeiern überarbeitet. Massenhafte sexuelle Übergriffe auf Frauen soll es nicht noch einmal geben. Der Lkw-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche hat eine weitere Sicherheitslücke offenbart. Feiernde Menschenmassen müssen vor Angriffen mit Fahrzeugen geschützt werden. Die Hamburger Polizei hat folgende Maßnahmen vorgesehen.

Mehr Polizisten

530 Polizisten sollen an der Reeperbahn und der Großen Freiheit sowie an den Landungsbrücken und auch am Jungfernstieg im Einsatz sein. Das sind 50 Prozent mehr als vor einem Jahr, als 350 Beamten an diesen Orten für Sicherheit sorgten. Die Zahl der zivilen Einsatzkräfte soll verdreifacht werden. Auf den S-Bahnhöfen wird die Bundespolizei verstärkt Präsenz zeigen. Die Wasserschutzpolizei wird das Geschehen an Elbe und Alster von Booten aus im Auge behalten. Die Verstärkung an den neuralgischen Punkten soll nicht auf Kosten der übrigen Stadtteile gehen. Alle Hamburger Wachen und alle Streifenwagen seien besetzt, versichert Polizeisprecher Ulf Wundrack.

Die Polizei will sichtbar sein

Alle uniformierten Beamten werden eine gelbe reflektierende Warnweste mit dem Aufdruck „Polizei“ tragen. Auf dem Beatles-Platz, vor einem Jahr Schauplatz zahlreicher Übergriffe, Diebstähle und Überfälle, steht eine mobile Wache, wo Betroffene Straftaten unmittelbar anzeigen können.

Absperrungen

Die Betonelemente, die nach dem Anschlag in Berlin zum Schutz des Weihnachtsmarktes am Jungfernstieg aufgestellt wurden, bleiben stehen. Autos dürfen aber die Fahrbahn nutzen. Gesperrt wird wie jedes Jahr zu Silvester die Hafenstraße im Bereich der Landungsbrücken. Zwischen den dortigen Betonelementen wird es besonders gesicherte Durchfahrten für Rettungsfahrzeuge geben. Die Reeperbahn wird durch abgestellte Polizeifahrzeuge auf eine Fahrspur in jede Richtung verengt. Bei großem Fußgängeransturm könnte die Partymeile auch ganz für den Autoverkehr gesperrt werden.

Mit Hilfe von Absperrgittern will die Polizei Besuchermassen lenken. Der Zugang zur Großen Freiheit soll bei sehr großem Gedränge eingeschränkt werden. Auch an den Landungsbrücken kann der Zustrom der Besucher durch Gitter an der Fußgängerbrücke zum U- und S-Bahnhof sowie an den Pontons begrenzt werden.

Videoüberwachung

Die Videoüberwachung wird massiv verstärkt. Die Polizei schaltet auf dem Kiez installierte Kameras ein. In brenzligen Situationen werden Beamte mit mobilen Kameras das Geschehen aufzeichnen. Auch Polizeiteams mit Bodycams werden rund um die Reeperbahn im Einsatz sein.

Viel Licht

Dunkle Ecken, in denen unbemerkt Straftaten verübt werden können, soll es nicht geben. Im Bereich der Schmuckstraße, einer Seitenstraße der Großen Freiheit, sollen ein sogenannter Power-Moon und ein Lichtmast für Helligkeit sorgen. Zusätzliche Lichtmasten beleuchten den Alsteranleger am Jungfernstieg.

Zusätzlicher Tipp

Die Polizei empfiehlt Besuchern in einem Flyer, ihr Verhalten im Gedränge vorher abzusprechen. Freunde sollten untereinander Reaktionen wie Handzeichen vereinbaren und Treffpunkte bei einer unfreiwilligen Trennung festlegen. Mit den Clubbetreibern auf St. Pauli und den Sicherheitsdiensten hat die Polizei Handlungsempfehlungen abgesprochen. Die Betreiber sollen auf das Geschehen in ihren Lokalen achten und auch die Toilettenbereiche im Blick behalten. Zwei Wochen vor Weihnachten war eine junge Frau auf der Damentoilette eines Clubs vergewaltigt worden. Das Social-Media-Team der Hamburger Polizei will die Öffentlichkeit über Twitter über den Einsatz informieren.

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erstellt am 29.Dez.2016 | 14:02 Uhr

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