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Hamburg : Serie von Brandstiftungen in Langenhorn

vom

Erst brennt ein Wohnmobil, später wird eine Eisdiele durch Feuer schwer beschädigt.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2017 | 09:32 Uhr

Langenhorn | Am frühen Samstagmorgen wurden der Feuerwehr mehrere Brände im Raum Langenhorn gemeldet. Zunächst brannten ein Wohnmobil und ein Müllunterstand in der Straße Tweeltenbek. Ein weiteres Auto wurde ebenfalls beschädigt.

In mehreren Hamburger Stadtteilen waren in den vergangenen Wochen nachts Autos angezündet worden. Genaue Zahlen wollte die Polizei aber nicht bekanntgeben.

Ein Wohnmobil brannte zuerst, dann folgten weitere Feuer im Raum Langenhorn.

Ein Wohnmobil brannte zuerst, dann folgten weitere Feuer im Raum Langenhorn.

Foto: Dominick Waldeck

Kurze Zeit später brannten Außenmöbel einer Eisdiele am Holitzberg. Durch die Hitze zersprangen die Scheiben und das Feuer fraß sich durch das Innere des Eiscafés „Kult“. Es entstand hoher Sachschaden.

Auf dem Gelände des nahegelegenen Krankenhauses Heidberg setzten unbekannte Täter einen Wäschesack auf dem Gehweg in Brand. Eine eingeleitete Sofortfahndung blieb ohne Erfolg.

Es ist unwahrscheinlich, dass die neuen Brände im Hinblick auf den G20-Gipfel gelegt wurden. Nach Ansicht eines Experten sind die meisten Auto-Brände in Hamburg in den letzten Wochen keine politischen Aktionen gegen den Gipfel. „Ich vermute, dass die Mehrheit der Täter gar nicht der linksautonomen Szene angehört“, erklärte der Kriminologe Christian Pfeiffer. Es gebe auch Nachahmer, die aus ganz anderen Gründen Fahrzeuge in Brand steckten.

Die Polizei sieht nach Angaben eines Sprechers in vielen Fällen ebenfalls keinen Zusammenhang mit dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer Anfang Juli. „Bei den meisten Fahrzeugbränden ist derzeit kein G20-Bezug zu erkennen“, sagte Sprecher Ulf Wundrack.

„Es gibt eine Reihe von politisch motivierten Aktivisten, die Luxuskarossen anzünden“, berichtete Pfeiffer. Es gebe aber auch jugendliche Trittbrettfahrer, „die das ungeheuer spannend finden und sich feixend ins Fäustchen lachen“, oder Einzelgänger, die „nachts einen Rausch erleben wollen“. Wichtig sei für alle Tätergruppen: „Sie leben von der Beachtung.“

Pfeiffer rief die Medien dazu auf, sachlich zu bleiben und keine dramatischen Bilder von ausgebrannten Autowracks zu zeigen. Der Kriminologe forderte die Menschen in Hamburg auf, wachsam zu sein und den Ermittlern Hinweise zu geben.

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