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Konzert in der Barclaycard Arena : Selfies und Konfettiregen: Adele verzaubert Hamburg

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Ob auf einer Bühne mitten im Publikum oder beim Plausch mit den Fans: Adele löst beim ersten Konzert in Hamburg Begeisterungsstürme aus.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 14:25 Uhr

Hamburg | Rein äußerlich ist Adele eine richtige Diva: schwarzes Glitzerkleid, perfekt geföhntes Haar, geschwungener Lidstrich, extrem lange Kunstfingernägel. Während sie ihre Comeback-Single „Hello“ anstimmt, fährt die Sängerin mittels Hydraulik aus dem Hallenboden hinauf zu ihren Fans. Sie eröffnet ihr ausverkauftes Konzert in der Hamburger Barclaycard Arena nicht auf der Hauptbühne, sondern auf einer kleineren Plattform mitten im Saal. Von dort aus kann die Britin hautnahen Kontakt mit ihrem Publikum aufnehmen.

Sie posiert für Selfies, schneidet Grimassen, veralbert sich immer wieder selber. Mit ihrem derben Cockney-Akzent witzelt sie über erste Alterserscheinungen, die sie bereits mit 28 an sich festzustellen glaubt. Und erst ihr Hinterteil! Das sei wirklich ausladend. Diese Bemerkung quittiert sie mit einem schmutzigen Lachen, das sie überhaupt nicht mehr damenhaft wirken lässt.

Adele Laurie Blue Adkins versteht es eben, den Menschen das Gefühl zu geben: Ich bin immer noch eine von euch. Dabei ist sie längst ein Superstar. Keine weibliche Popmusikerin hat derzeit mehr Erfolg als sie, wahrscheinlich auch kein männlicher Kollege. Ob Grammys oder einen Oscar – es gibt kaum eine Auszeichnung, die Adele nicht besitzt. Ihre Alben verkaufen sich millionenfach.

Deswegen konnte sie es sich erlauben, nach der Geburt ihres Kindes drei Jahre zu pausieren, was im heutigen Musikgeschäft eine Ewigkeit ist. Das weiß auch Adele. Aber ihr Sohn geht ihr über alles – daran lässt sie während ihres zweistündigen Auftritts nicht den geringsten Zweifel. Ständig erzählt sie von Angelo. Sie fragt die Zuschauerin Saskia, die sie zu sich auf die Bühne geholt hat, was sie denn wohl mit ihrem Kleinen in Hamburg unternehmen könne. Die Hamburgerin empfiehlt einen Reeperbahnbesuch. „Was? Mit einem Vierjährigen?“ kontert Adele. Und kriegt fast einen Lachanfall.

Doch natürlich albert die Sängerin nicht bloß herum. Ihre Show ist mit wenig Effekthascherei perfekt choreografiert. Bei der Nummer „Hometown Glory“ flimmern Bilder über eine Leinwand, die beweisen: So schön ist Hamburg von oben. Während Adele mit ihrer Wahnsinnsstimme „Set Fire to the Rain“ schmachtet, steht sie mitten in einem Regenschauer – ohne nass zu werden.

Begleitet wird sie von ihrer grandiosen Band, Streichern, Bläsern und Background-Sängerinnen. Als ihr erster großer Hit „Chasing Pavements“ an die Reihe kommt, darf die Menge den Refrain übernehmen. Für „When we were young“ hat Adele eigens ein paar Kinderfotos hervorgekramt. „Someone like you“ oder das Bob-Dylan-Cover „Make you feel my Love“ sind zum Weinen schön. Auf jeden Fall berühren sie einen mehr als die Stücke des neuen Albums „25“.

Mit „Skyfall“ steuert Adele dann auf einen der Höhepunkte des Abends zu. Sie erzählt, sie habe sich eigentlich gar nicht zugetraut, den Titelsong für einen James-Bond-Film beizusteuern. Die Produktionsfirma musste erst zu einem Trick greifen. Sie machte Adele klar, dass sie mit 23 ein Lied für den 23. Bond-Streifen machen würde. Da konnte sie nicht nein sagen.

Schließlich hat sie ihre drei Platten stets nach ihrem jeweiligen Alter benannt. Mit 21 schrieb sie zum Beispiel „Rumor has it“, einen der wenigen tanzbaren Titel, den sie in ihrem balladenlastigen Repertoire hat. Er reißt die Zuschauer im buchstäblichen Sinne von den Sitzen. Genau wie „Rolling in the Deep“ im Finale, wo es Konfetti regnet. Mehr geht nicht. Ob Teenager, Ältere, Hipster oder Normalos: Adele hat allein mit ihrer Stimmgewalt alle verzaubert.

Das sind die Reaktionen der Hamburger Fans.

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