Erste Bilanz der DGzRS 2018 : Seenotretter haben 37 Menschen aus Lebensgefahr gerettet

Der Rettungskreuzer 'Theodor Storm' fährt auf der Nordsee.

Der Rettungskreuzer "Theodor Storm" fährt auf der Nordsee.

Insgesamt kam es von Januar bis Oktober zu 2037 Einsätzen nach 1900 im Vorjahreszeitraum.

shz.de von
06. November 2018, 14:04 Uhr

Hamburg | Die Besatzungen der rund 60 Seenotrettungskreuzer in Nord- und Ostsee haben in diesem Jahr bislang 37 Menschen aus akuten Notlagen geborgen. Zudem seien 307 Menschen von Januar bis Oktober aus drohender Gefahr befreit worden, teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Dienstag in Hamburg mit. Das waren weniger als die 477 Fälle – darunter 58 Seenotrettungen – im Vorjahreszeitraum. Insgesamt kam es zu 2037 Einsätzen nach 1900 im Vergleichszeitraum 2017. Dabei wurden fast 300 Mal Kranke oder Verletzte von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland gebracht und fast 1000 Mal Wasserfahrzeugen Hilfe geleistet.

Nach fünf in Dienst gestellten Booten 2018 wird als nächstes noch ein Seenotrettungskreuzer für die Station Olpenitz (Kreis Eckernförde) am 17. November getauft. Im nächsten Jahr kommen drei Boote nach Schilksee bei Kiel, Wilhelmshaven und Horumersiel (Landkreis Friesland). Durch den harten Einsatz auf See müssten durchschnittlich pro Jahr zwei Schiffe ausgetauscht werden, teilte die DGzRS mit.

2020 soll es dann auch für Borkum ein Ersatz-Fahrzeug geben. Für die neue, 28 Meter lange „Hamburg“, in die wie Schwestermodelle rund zehn Millionen Euro investiert werden dürften, werden derzeit Spenden gesammelt, wie Kapitän Ralf Krogmann berichtete. Die Seenotretter finanzieren ihre Arbeit und Ausrüstungen ausschließlich aus solchen Zuwendungen. Im nächsten Jahr soll der Kreuzer auf Kiel gelegt, 2020 in Fahrt gebracht werden. „So ist Hamburg auf Borkum. Super!“, freute sich Borkums Vormann Ralf Brinker. Er präsentierte mit „Bootschafter“ Til Demtrøder (51) schon mal den Schriftzug des erwarteten Schiffes.

Schauspieler Demtrøder, seit Jahresanfang für die DGzRS als Spendensammler im ehrenamtlichen Einsatz, will den Seenotrettern weiterhin treu bleiben. „Dieser Zusammenhalt an Bord, dieser Teamgeist, dieser Spirit ist einfach toll“, lobte der passionierte Segler die Einsatzkräfte. Mit einer Lesereise des Buches „Mayday“ (Ankerherz Verlag), in dem Seenotretter über ihre Einsätze erzählen, will der Schauspieler entlang der norddeutschen Küsten von April nächsten Jahres an für die Rettungsarbeit weiter werben.

Im Ehrenamt wird Demtrøder im nächsten Jahr von Bernd Flessner, von 1992 bis 2011 deutscher Meister im Windsurfen, abgelöst. Vor der Arbeit der Besatzungen, die bei jedem Wetter ausliefen, habe er größten Respekt, ließ der von Norderney stammende Flessner mitteilen.

Die Rettungen an den Küsten 2018 verteilen sich wie folgt:

  • Niedersächsische Nordseeküste: 560 Einsätze; 7 aus Seenot gerettete Menschen, 46 aus Gefahrensituationen Gerettete.
  • Schleswig-Holsteinische Nordseeküste: 206 Einsätze, 8 aus Seenot gerettete Menschen, 6 aus Gefahrensituationen Gerettete.
  • Schleswig-Holsteinische Ostseeküste: 733 Einsätze, 18 aus Seenot gerettete Menschen, 123 aus Gefahrensituationen Gerettete.
  • Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern: 538 Einsätze, 4 aus Seenot gerettete Menschen, 132 aus Gefahrensituationen Gerettete.
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