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Sisters of Mercy in Hamburg : Schwestern im Nebel

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Ein ausverkauftes Docks freut sich, die Sisters of Mercy endlich wieder zu sehen. Doch es kam anders.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 19:19 Uhr

Irgendwo auf der Bühne stehen die Sisters of Mercy. Rocklegenden der 80er und 90er, Wegbereiter für Gothik (auch wenn die Band sich nie dazu zählte), Dark Wave und alles, was düster ist. Irgendwo dort im Nebel. Oder? Die Bühne des Hamburger Docks wird rot angestrahlt, durch das Wabern des eifrig eingesetzten Kunstnebels leuchtet ein neonorangenes Gestell einer Sonnenbrille zurück. Man erahnt einen Gitarristen mit schwarzem Muskelshirt und Richard-Grieco-Tolle.

Die Band, die vor mehr als zwei Jahrzehnten Musikgeschichte schrieb, hat sich einmal umgekrempelt. Von der Originalbesetzung ist nur noch Sänger Andrew Eldritch dabei - und auch er hat sich gewandelt, an Stimme eingebüßt, so dass man ihn stellenweise kaum versteht. Zwischendurch unterhält er die ausverkaufte Halle in einwandfreien Deutsch. Für ihn ist Hamburg ein Heimspiel, er lebte eine zeitlang auf St. Pauli.

Der Stil ist dunkel und melancholisch geblieben - und so leben die Klänge 80er und 90er noch einmal auf. Das Duett „Temple of Love“ muss allerdings ohne den Gesang von Ofra Haza oder einer Gastsängerin auskommen. Und auch sonst knüpft die Show nicht nahtlos an alte Erfolge an. Teils, weil die Boxen zwischendurch übersteuert werden, teils weil man immer wieder suchen muss, ob die Musiker noch da sind oder vom Nebel verschluckt wurden.

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