Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 : Schwangere Katharina Fegebank will Spitzenkandidatin der Grünen werden

<p>Will Kinder und Beruf vereinbar machen: Katharina Fegebank.</p>

Will Kinder und Beruf vereinbar machen: Katharina Fegebank.

Die Grünen-Politikerin hat eine Babypause angekündigt. Für die Zeit danach schwebt ihr Politik vor.

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14. August 2018, 17:17 Uhr

Hamburg | Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank will als Grüne-Spitzenkandidatin bei der Bürgerschaftswahl 2020 antreten. Sie werde auf der Landesmitgliederversammlung Ende Oktober ihren „Hut in den Ring werfen“, sagte die 41-Jährige am Dienstag. Zuvor hatte sie in einem sechsseitigen Schreiben an ihre Hamburger Parteifreunde ihre Bewerbung um die Spitzenkandidatur mitgeteilt. Der Landesvorstand hatte am Montagabend beschlossen, dass ein Parteitag am 27. Oktober über die Nominierung entscheiden soll. Die Aufstellung der Kandidatenliste soll dagegen erst im kommenden Jahr erfolgen.

Die Landesvorsitzende Anna Gallina zeigte sich von der Entscheidung Fegebanks erfreut. Mit der frühzeitigen Bekanntgabe der Kandidatur „lange vor der Listenaufstellung schaffen wir die Voraussetzungen für eine stärkere Personalisierung“, meinte sie. Eine ungeklärte Spitzenkandidatur raube einer Partei viel Energie. „Sie bindet intern und extern die Aufmerksamkeit und verhindert im schlechtesten Fall eine solide Vorbereitung auf die Wahl.“ Fegenbank sieht die Grünen in Hamburg „in einem guten Zustand“.

Senatoren, Fraktion, Parteivorstand und Basis seien „ein starkes Team“. „Ich habe die Grünen selten so gut sortiert und auch so klar in der Ausrichtung erlebt wie im Moment.“ Ziel bei der Wahl 2020 sei es, dass Ergebnis von 2015 deutlich zu verbessern. „Ich denke, dass wir alle Voraussetzungen dafür haben, dass uns das auch gelingen wird.“ Bei der Bürgerschaftswahl 2015 war Fegebank mit dem heutigen Umweltsenator Jens Kerstan als Grüne-Doppelspitze angetreten. Damals hatten die Grünen 12,3 Prozent der Stimmen geholt. Da gebe es „noch deutlich Luft nach oben“, sagte sie. In Umfragen lagen die Grünen zuletzt im April bei 18 Prozent.

Fegebank stellte klar, dass mit der Bekanntgabe ihrer Bewerbung noch keine Entscheidung getroffen worden sei. „Wie das bei den Grünen immer ist, entscheidet das die Partei und die Parteibasis.“ Eine Gegenkandidatur sei deshalb ebenso wenig auszuschließen wie die Möglichkeit eines Spitzen-Duos. „Ich hoffe natürlich, dass dem Vorschlag des Landesvorstandes gefolgt wird. Aber auch sonst nehme ich jede Herausforderung an.“

Über ihre Bewerbung habe sie nicht lange nachdenken müssen, auch nicht vor dem Hintergrund ihrer Schwangerschaft. Die 41-Jährige erwartet im Dezember Zwillinge und hat eine Babypause angekündigt. „Wenn alles so verläuft, wie wir uns das wünschen, dann bin ich im Frühjahr nächsten Jahres wieder da. Und ich glaube, dass wir da noch nicht in der ganz heißen Wahlkampfphase sind.“

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