Türkische Militäroffensive in Syrien : Schura in Hamburg entschuldigt sich für Posts mit Lob für Erdogan

Mustafa Yoldas, Leitender Vorsitzender der Schura. /Archiv
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Mustafa Yoldas, Leitender Vorsitzender der Schura. /Archiv

Der Vorsitzende der Schura, Mustafa Yoldas, hat mit einem privaten Post für Unmut gesorgt.

shz.de von
06. Februar 2018, 16:20 Uhr

Hamburg | Der Rat der Islamischen Gemeinschaften Hamburg (Schura) hat sich für Äußerungen seines Vorsitzenden Mustafa Yoldas zur türkischen Militäroffensive in Syrien entschuldigt.

Schura-Sprecher Mehdi Aroui sagte am Dienstag nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Vorabend: „Es gibt eine ganz klare Entschuldigung dafür, dass unsere Dialogpartner brüskiert worden sind durch private Postings von Herrn Yoldas.“ Wichtigste Aufgabe der Schura sei der Friedensauftrag. Externe Konflikte sollten nicht in die islamischen Gemeinschaften hineingetragen werden.

Yoldas hatte auf Facebook die türkische Militär-Offensive gegen kurdische Milizen im Nordwesten Syriens mit teils martialischen Worten befürwortet. Daraufhin hatte die CDU-Bürgerschaftsfraktion die Aussetzung des Hamburger Staatsvertrags mit den muslimischen Verbänden gefordert. „Das sind Fehler“, sagte Aroui über die Äußerungen von Yoldas. Die Rolle des Schura-Vorsitzenden müsse jedoch im Gesamtkontext seiner Tätigkeit seit 19 Jahren gesehen werden. In der vergangenen Woche hatte ihm der Co-Vorsitzende Daniel Abdin einen Rücktritt nahe gelegt.

Die Schura wolle türkische und kurdische Muslime an einen Tisch bringen, kündigte Aroui an. Bei dem noch nicht terminierten Treffen werde es darum gehen, Aggressionen und Feindbilder abzubauen. Zudem plane der Rat einen Kommunikationskodex, um ähnliche Fehler künftig zu vermeiden.

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