Hamburg will 30 neue Schulen bauen : Schülerboom – und kein Ende in Sicht

Lorenz 4,5x6-1.jpg von 01. Mai 2019, 19:30 Uhr

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Hamburgs Schülerzahl wird in den nächsten zehn Jahren um weitere 25 Prozent steigen.

Hamburgs Schülerzahl wird in den nächsten zehn Jahren um weitere 25 Prozent steigen.

Um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden, will der Senat mehr als vier Milliarden Euro investieren.

Hamburg | Hamburg baut gegen den Schülerboom an: Seit 2011 hat die Stadt fast drei Milliarden Euro in den Neubau und die Sanierung von Schulbauten gesteckt. Das hat Schulsenator Ties Rabe (SPD) gestern bei einer Zwischenbilanz mitgeteilt. Eine Ende des Trends sei nicht in Sicht. Rabe: „Die Schülerzahl wird in den nächsten zehn Jahren um weitere 25 Prozent steigen. Mit der Aussicht auf rund 45.000 Schüler mehr bis zum Jahr 2030 werden wir auch weiterhin auf den Schulbau setzen und an den gesetzlich festgeschriebenen kleinen Klassen festhalten.“ Mehr als 30 neue Schulen in den nächsten 10 Jahren Nach den Angaben will Hamburg in den kommenden zehn Jahren mehr als 30 neue staatliche Schulen neu errichten, zudem etliche sanieren, modernisieren und vergrößern. Rabe: „Dafür wird der Senat in den kommenden Jahren voraussichtlich mehr als vier Milliarden Euro investieren.“ Die Ausgaben in dem Bereich haben sich seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD):  Damit setzen wir bundesweit Maßstäbe. Er unterstrich einen positiven Nebeneffekt für Hamburgs Vereine, die den Großteil der sanierten und neuen Schulsporthallen nutzen dürfen. Bis 2022 werden weitere 57 Sporthallen erweitert und neu gebaut. In einem Nutzerbeirat Schulsportanlagen wollen Stadt, Vereine und Verbände ab Mai absprechen, wer wann in die Hallen darf. Hintergrund der massiven Bautätigkeit ist der zeitgleiche starke Anstieg der Hamburger Bevölkerungszahl und die Absenkung der Klassenfrequenzen. Die Finanzierung der größten Offensive für allgemeinbildende und berufliche Schulen seit der Nachkriegszeit schultert der Senat mit einem Mieter-Vermieter-Modell. Die Schulbauaktivitäten hat er auf stadteigene Gesellschaften übertragen, die ihre Milliardenaufwendungen über Kredite finanzieren. Die Stadt nutzt die Gebäude als Mieter. Kritik an vermeintlicher Aufblähung bestehender Schulen Zugleich werden die Unterrichtsräume immer größer, wie die Statistik zeigt. Wurden in den 1990er Jahren Klassenzimmer zwischen 50 und 60 Quadratmetern gebaut, so liegt die durchschnittliche Größe jetzt bei 84 Quadratmetern. Die Schulgemeinschaften legen inzwischen selbst fest, wie sie die Flächen aufteilen. Laut Rabe entscheiden sich die meisten Schulen für Klassenräume mit rund 70 Quadratmetern, plus einem Differenzierungsraum mit 14 Quadratmetern. Auch wenn Politik und Gesellschaft den massiven Schulausbau in Hamburg grundsätzlich befürworten, so gibt es doch Widerstand gegen eine vermeintliche Aufblähung einiger bestehender Schulen. FDP-Fraktionschefin Anna von Treuenfels-Frowein kritisierte gestern: „Der Streit um die Gestaltung des Schulcampus Hafencity oder der aufgezwungene Ausbau der Max-Brauer-Schule sind nur zwei Beispiele, die zeigen, dass der Wille der Behörde und die tatsächlichen Bedarfe der Schulen nicht übereinstimmen.“​...

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