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Stahlherstellers ArcelorMittal : Scholz zu Hamburger Großindustrie: „Wunderbare Pflanze“

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Hamburg ist nicht nur für Musicals und den Hafen bekannt, sondern auch für seine klassischen Industriebetriebe.

Hamburg | Bei einem Besuch des Stahlherstellers ArcelorMittal im Hamburger Hafen hat sich Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) zur energieintensiven Großindustrie der Stadt bekannt. Anders als andere Großstädte sei Hamburg nach wie vor ein Standort großer Industriebetriebe, die Rohstoffe für andere Unternehmen herstellten. „Darum müssen wir diese wunderbare Pflanze, die wir da haben, weiter hegen und pflegen“, sagte Scholz am Freitag nach einem Gespräch mit der Unternehmensleitung.

Wichtig sei eine gute Zukunftsperspektive für das Stahlwerk. Mit dem Projekt Norddeutsche Energiewende (NEW) 4.0 wollen Hamburg und Schleswig-Holstein mit Unterstützung des Bundes herausfinden, wie auch Unternehmen mit einem hohen Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen versorgt werden können. Hamburg könne auf diesem Gebiet ganz große Fortschritte machen, die für den gesamten Industriestandort Deutschland von Bedeutung wären, meinte Scholz. An dem Projekt beteiligen sich auch der Aluminiumhersteller Trimet und der Kupferkonzern Aurubis.

ArcelorMittal baut gerade einen neuen Schmelzofen für mehr als 15 Millionen Euro, wie Werksleiter Lutz Bandusch sagte. Dieser verbrauche deutlich weniger Erdgas und stoße damit 7 Prozent weniger Kohlendioxid aus. Der Ofen könnte künftig aber auch über ein Zusatzaggregat mit erneuerbarem Strom betrieben werden. Doch dafür müssten Gesetze geändert werden. Bislang sind Großabnehmer wie das Stahlwerk verpflichtet, konstant eine große Menge Strom zu nutzen.

ArcelorMittal errichtet derzeit drei Windräder auf dem Werksgelände, die Ende des Jahres in Betrieb gehen sollen. Um den Ofen zu versorgen, müssten sich allerdings 40 Windräder ständig mit maximaler Kraft drehen.

Scholz will sich auch dafür starkmachen, dass die neuen Vorgaben der EU bei den Emissionszertifikaten realistisch bleiben. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass das Werk auch in Zukunft wettbewerbsfähig produzieren kann“, sagte der Bürgermeister. Die geplanten Zertifikate seien so niedrig angesetzt, dass sie derzeit kein Stahlwerk weltweit erfülle, sagte Bandusch. Und das Hamburger Werk sei das effizienteste der Welt.

ArcelorMittal verbraucht zwei Milliarden Kilowattstunden Gas und 800 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Der Stromverbrauch entspricht damit dem von 200.000 Haushalten. Nur der Aluminiumhersteller Trimet verbraucht mit rund zwei Milliarden Kilowattstunden noch mehr Strom in Hamburg. ArcelorMittal stellt in Hamburg mit 580 Mitarbeitern rund 700.000 Tonnen Stahl pro Jahr her. Wichtigstes Produkt ist hochwertiger Walzdraht.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 18:01 Uhr

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