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Studie : Schleswig-Holsteinern sind Mitmenschen egal

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Sozialwissenschaftler aus Bremen stellen fest, dass es die Bewohner Schleswig-Holsteins nicht wirklich kümmert, was mit ihren Mitmenschen passiert. In Hamburg ist der gesellschaftliche Zusammenhalt dagegen besonders stark.

Bremen/ Hamburg | In Hamburg fühlen sich die Menschen einander besonders eng verbunden. Dagegen kümmert es die Bewohner Schleswig-Holsteins kaum, was mit ihren Mitmenschen geschieht. Zu diesem Ergebnis kommt das am Montag veröffentlichte „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“ im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Demnach sind 80 Prozent der Befragten Schleswig-Holsteiner der Meinung, dass es die meisten Leute im Land nicht kümmert, was mit ihren Mitmenschen geschieht. Im bundesweiten Durchschnitt würden das 73 Prozent der Befragten glauben. Damit liegt Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich ganz hinten. Insgesamt sei der gesellschaftliche Zusammenhalt im Norden wie auch bundesweit aber dennoch gewachsen.

Zusammen mit den Saarländern hätten die Menschen in Schleswig-Holstein aber das höchste Vertrauen in staatliche Institutionen wie Polizei und Justiz. In Hamburg führt man das Tableau dagegen im Bereich Zusammenhalt an. Demnach gehört die Hansestadt beim gesellschaftlichen Zusammenhalt in fünf von neun gemessenen Dimensionen zur Spitzengruppe.

Entscheidend für den Zusammenhalt einer Gesellschaft seien vier Faktoren, schreiben die Autoren von der privaten Jacobs University in Bremen: „Je höher das Bruttoinlandsprodukt eines Bundeslandes, je niedriger das Armutsrisiko, je urbaner das Wohnumfeld und je jünger die Bevölkerung, desto höher der Zusammenhalt.“ Das seit 1989 erstellte „Radar“ untersucht mehr als 30 Punkte aus den Bereichen „Soziale Beziehungen“, „Verbundenheit mit dem Gemeinwesen“ und „Gemeinwohlorientierung“. Im Vergleich aller Bundesländer liegt Schleswig-Holstein insgesamt nur auf Platz elf.

In Hamburg fanden die Sozialwissenschaftler zudem eine starke Heimatverbundenheit, was die Forscher mit dem stabilen Netz von sozialen Beziehungen in Verbindung bringen. So gaben 81 Prozent der Hanseaten an, enge Bezugspersonen außerhalb der eigenen Familie zu haben. Bundesweit waren es lediglich 74 Prozent. Außerdem sei die soziale Vernetzung seit der Jahrtausendwende in Hamburg erheblich gewachsen.

Daher seien die Bewohner der Nord-Metropole auch insgesamt mit ihren Lebensumständen weitgehend zufrieden. 61 Prozent der befragten Hanseaten gaben in der Untersuchung sogar an, dass sie nach ihrer Meinung einen gerechten Anteil am Wohlstand erhalten würden. Diese Auffassung war dagegen in ganz Deutschland nicht einmal bei jedem Zweiten vertreten.

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erstellt am 12.Mai.2014 | 17:34 Uhr

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