Parallel zu Fußball-WM-Fan-Fest und Triathlon : Schlagermove kommt 2018 nach Hamburg – mit Auflagen

Das Wetter hat mitgespielt.
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Das Wetter hat mitgespielt.

2018 gibt es mehr Toiletten, mehr Ordnungskräfte und mehr Kontrollen. Ab 2019 ist aber Schluss mit den Party-Ballungen.

shz.de von
31. Januar 2018, 18:55 Uhr

Hamburg | Nun also doch: Am  14. Juli  werden der Schlagermove, das Fußball-WM-Fan-Fest und der Triathlon auf St. Pauli und dem Heiligengeistfeld stattfinden. Das gaben am Mittwoch Sprecher von SPD und Grünen im zuständigen Bezirk-Mitte bekannt. Vor etwa einer Woche noch hatten sie angekündigt, drei Veranstaltungen mit etwa einer Million Besucher an einem Tag mit Rücksicht auf die Anwohner nicht mehr zu genehmigen. Nun haben sie nach Gesprächen mit Behörden, Veranstaltern und der Polizei zumindest für das laufende Jahr eingelenkt. Allerdings werden den Partygästen Zügel angelegt.

Im Sinne der Anwohner soll effektiver als in den Vorjahren für Ruhe und Ordnung gesorgt werden: Mehr Toiletten, mehr Ordnungskräfte, die stärker zusammen mit der Polizei und Sicherheitskräften durchgreifen − das sind die Auflagen, die der Bezirk zur Bedingung macht für eine Genehmigung der drei Massenveranstaltungen im Hauptausschuss am 6. Februar. Alle Beteiligten hätten dem zugestimmt.

Es herrsche Konsens darüber, hieß es am Mittwoch in der Pressekonferenz, dass die Belastungen für den Stadtteil durch Massenpartys deutlich reduziert werden müssen. „Die Schlagkraft der Ordnungskräfte muss sich massiv erhöhen“, sagte SPD-Fraktionschef Arik Willner. Insbesondere die Kontrolle der Seitenstraßen und Parks sei wichtig, um Wildpinkler, Vermüllung und den Schwarzverkauf von Getränken zu stoppen.

Der Parksuchverkehr, der die Anwohner bei Massenveranstaltungen ebenfalls nervt, soll durch entsprechende  Leitsysteme von vornherein vermieden werden. Und auch ein zusätzlicher Reinigungsdurchgang für den Schlagermove sei bereits zugesagt worden.

„Wir wollen nichts verhindern“, sagte Willner, „aber es ist unsere Aufgabe als Bezirkspolitiker, die Lebensqualität der Anwohner zu sichern und Wohnen auch hier im Bezirk Mitte zu ermöglichen und zu fördern.“ Es gehe darum, eine Balance zu finden zwischen den Interessen der Anwohner und der Party-Veranstalter.

Ab 2019 sollen massenhafte Parallelveranstaltungen wie Triathlon, Schlagermove oder Fan-Feste vermieden werden. „Es wird eine Entzerrung geben, entweder örtlich oder zeitlich“, versicherte Grünen-Fraktionschef Michael Osterburg. Denkbar seien zwei voneinander getrennte Veranstaltungstage, aber auch eine Verlagerung des Schlagermoves an den Großmarkt halten SPD und Grüne für möglich.

Lösungen soll jetzt weiter mit allen Beteiligten gesucht werden; in gemeinsamen regelmäßigen Treffen − und einer neuen zentralen Koordinierungsstelle, die beim Bezirksamt angesiedelt werden soll.

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