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Erstaufnahmeeinrichtungen in Hamburg : Schlägereien und Angriffe auf Polizeihunde

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Bei zwei Einsätzen in Hamburger Flüchtlingsunterkünften gab es Verletzte. Ein weiterer Protest verläuft friedlich.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2015 | 15:14 Uhr

Neue Proteste: Rund 40 Flüchtlinge haben am Mittwoch in Hamburg-Osdorf gegen ihre Unterbringung in einem ehemaligen Baumarkt demonstriert. Sie versammelten sich nach Polizeiangaben auf dem Bürgersteig und zeigten Schilder mit der Aufschrift „We are human“ (Wir sind Menschen) und „We want our rights“ (Wir wollen unser Recht). Es sei zu keinen Zwischenfällen gekommen.

In Hamburg war es am Dienstag zu Auseinandersetzungen in zwei Erstaufnahmeeinrichtungen gekommen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Dabei wurden insgesamt sieben Menschen leicht verletzt.

Vor einer Erstaufnahmeeinrichtung im Stadtteil Wilhelmsburg hätten 40 bis 50 Eritreer demonstriert und ihre Verlegung in eine andere Unterkunft gefordert, sagte ein Polizeisprecher. Sie blockierten die Durchfahrt. Auch nach der Aufforderung, die Straße frei zu machen, blieben die Flüchtlinge stehen.

Die Beamten versuchten mit dem Einsatz von Diensthunden die Gruppe von der Fahrbahn zu drängen. Etwa zehn Personen in der ersten Reihe begannen daraufhin auf die Diensthunde einzuschlagen und einzutreten. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Schlagstöcken. Auch dadurch ließen sich einige Personen nicht davon abbringen, die Hunde zu schlagen. Die Beamten nahmen den Diensthunden die Beißkörbe ab. Als ein Eritreer (35) mit der Faust auf einen der Diensthunde einschlug, sprang das Tier den Angreifer an, sodass dieser auf den Gehweg stürzte.

Der Diensthundeführer konnte den Tatverdächtigen mit Unterstützung weiterer Polizeibeamter vorläufig festnehmen. Der 35-Jährige erlitt eine leichte Verletzung am Handgelenk und verweigerte eine ärztliche Begutachtung.

Beim Versuch, die blockierte Straße zu räumen, hätten eine Polizistin, ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und ein Flüchtling leichte Verletzungen erlitten. Die Beamtin und der Sicherheitsmann seien ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei nahm den Angaben zufolge zwei Flüchtlinge in Gewahrsam. Es waren mehr als 20 Funkstreifenwagen im Einsatz.

Die Eritreer hätten sich benachteiligt gefühlt, erklärte eine Sprecherin des städtischen Betriebs Fördern und Wohnen. Eine Gruppe Syrer, die in der Unterkunft für viel Streit gesorgt habe, sollte verlegt werden. Die Eritreer hätten irrtümlich geglaubt, die Syrer würden in eine bessere Wohnunterkunft kommen. Sie seien nicht bereit gewesen, sich die Sache von Mitarbeitern erklären zu lassen.

Am Mittwoch hätten die Eritreer schließlich verstanden, dass sie nicht benachteiligt wurden, sagte die Sprecherin des Betreibers. Sie lebten noch nicht länger als sechs Monate in der Einrichtung. Andere Flüchtlinge müssten dort bis zu zehn Monaten ausharren. Die Unterbringung besteht aus Holzbauten und Containern. In den Holzbauten müssen bis zu 16 Menschen in einem Raum wohnen, in den Container jeweils vier. Alle Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen sehnten sich nach einer Verlegung in eine sogenannte Folgeunterbringung. Dort müssen nur zwei Menschen eine Raum teilen.

In einer Erstaufnahmeeinrichtung in Hamburg-Harburg seien bis zu 30 Angehörige zweier Volksgruppen aneinandergeraten, sagte ein Polizeisprecher. Die Schlägerei sei von einigen wenigen Bewohnern der Unterkunft ausgegangen. Als die Besatzungen von 25 Funkstreifenwagen in der Erstaufnahmeeinrichtung eintrafen, schlugen die Flüchtlinge noch immer aufeinander ein.

Den Polizeibeamten gelang es mit Pfefferspray, die streitenden Gruppen voneinander zu trennen. Die Polizeibeamten nahmen 15 Personen in Gewahrsam. Drei Flüchtlinge und ein Mitarbeiter der Einrichtung wurden den Angaben zufolge leicht verletzt. Der Grund für den Streit war zunächst unklar.

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