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Hamburger Elbe : Schiffsausrüster plant neue Fährverbindung

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Der Hamburger Schiffsausrüster Becker Marine Systems plant eine neue Auto-Fährverbindung, die schon ab Sommer 2016 im Halb-Stunden-Takt zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen verkehren könnte.

Hamburg | Fähre statt Elbtunnel: Eine neue Verbindung über die Elbe zwischen Jork (Landkreis Stade) und Wedel (Kreis Pinneberg) soll Berufspendlern der Region sowie Touristen den Umweg über die Autobahn A7 ersparen. „Derzeit läuft der Entscheidungsprozess in den zuständigen Gremien und Behörden. Wenn alles nach Plan verläuft, soll der Fährbetrieb im Frühjahr 2016 aufgenommen werden“, teilte der Hamburger Schiffsausrüster Becker Marine Systems auf der eigens eingerichteten Internet-Plattform „Elblinien“ mit. Es fehlten noch Park- und Wartezonen an Land, berichtete NDR 90.3 am Mittwoch.

Der Bürgermeister der Stadt Wedel dämpfte die Erwartungen: Die dem Planungsausschuss erstmals vorgestellten Becker-Pläne seien zunächst als interessante Ideen bewertet worden, aber es gebe noch viele Finanzierungs- sowie planungsrechtliche Fragen, sagte Niels Schmidt. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass sich die Stadt finanziell beteiligen könne. Darüber hinaus gebe es für den alten Hafen bereits andere Planungen, die weder einen Anleger noch Parkplätze vorsähen, aber aus zeitlichen Gründen auch nicht verändert werden sollten.

„Die Fähre soll kein Autobahn-Ersatz sein und kann es allein von ihrer Kapazität her nicht“, teilte das Unternehmen mit. Befördert werden können Autos, Lieferwagen, Wohnmobile, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger - insgesamt 60 Fahrzeuge und 200 Passagiere pro Fahrt.

Im Halbstundentakt soll es von einem entstehenden BusinessPark in Wedel zum Anleger Kirschenland in Jork im Obstanbaugebiet Altes Land gehen.

Warum setzt sich ein Schiffsausrüster für dieses Vorhaben ein? Becker Marine Systems will die Fähre mit Motoren ausrüsten, die mit flüssigem Erdgas (LNG) statt Diesel oder Schweröl angetrieben werden.

Diese LNG-Technologie soll in der Schifffahrt zukunftsweisend werden, um Passagiere und Fracht umweltschonender zu transportieren. Bei dieser Technologie werden keine Schwefeloxide und Rußpartikel mehr ausgestoßen, Stickoxide und Kohlendioxid werden reduziert. Das Investitionsvolumen für das Projekt „Elblinie“ liegt dem Unternehmen zufolge im unteren zweistelligen Millionenbereich.

Die nach NDR-Angaben defizitäre, benachbarte Lühe-Schulau-Fähre soll inklusive Personal übernommen werden, wie Becker Marine Systems mitteilte. Das Hamburger Unternehmen will auch nordfriesische Inseln mit zwei LNG-Fähren anlaufen, hat aber noch keinen Hafenzugang. Dieses Vorhaben läuft seit 2012.

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erstellt am 26.Feb.2014 | 07:59 Uhr

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