zur Navigation springen

YouTube-Hit aus Hamburg : Salut Salon: Das Cello steht Kopf

vom

Die vier Damen vom Klassik-Ensemble Salut Salon geben auf der Bühne immer alles: Die Streicherinnen stellen ihre Instrumente beim Spielen sehr gern auf den Kopf.

Hamburg | In dem Vier-Minuten-Clip mit dem Titel „Wettstreit zu viert“ erklingt Antonio Vivaldi's „Sommer“. Verpackt in einen mimikreichen Wettstreit der Musikerinnen um den raffiniertesten Umgang mit dem Instrument. Das Video des Hamburger Quartetts Salut Salon hat bei Youtube mittlerweile mehr als viereinhalb Millionen Klicks und begeistert mit seiner Akrobatik.

Iris Siegfried (41) hält ihre Geige zum Beispiel kopfüber neben sich unter dem Arm, den Bogen hinter dem Rücken. Sonja Lena Schmid (32) hat ihr Cello waagerecht vor dem Körper. Später stehen das Cello und die Geigen von Siegfried und Angelika Bachmann (41) auf dem Kopf - alles während die Damen mühelos weiter darauf spielen. Und Anne-Monika von Twardowski (31) legt sich rücklings auf ihren Hocker, während sie mit gekreuzten Armen am Klavier spielt.

 

Die Kommentare zu dem Youtube-Video zeigen die Begeisterung: „Wow!“, „Wie macht Ihr das nur?“ oder „Was für begeisternde talentierte Musiker“, heißt es dort. Ihr Publikum lache nun schon immer, bevor der als Zugabe vorgetragene Wettkampf überhaupt losgeht, berichten die Virtuosinnen. „Unsere Cellistin schrieb uns gerade aus Georgien, dass sie sogar dort erkannt worden sei“, berichtet Siegfried.

Die vier Musikerinnen sind alle seit frühester Kindheit auf klassischen Instrumenten versiert. Mittlerweile haben sie sich mit der Kombination aus Live-Musik und Comedy ein Stammpublikum erspielt. Elf Jahre nach dem ersten großen Konzert hat das Kammermusik-Ensemble durch den Erfolg im Netz nun einen besonderen Grund zur Freude.

Außerdem würden sie nun mit Anfragen von Konzertveranstaltern und Festivalorganisatoren überhäuft. „Wir bekommen Anfragen in allen Sprachen - für Tourneen und Fernsehauftritte“, berichtet Bachmann. „Wir sind aber schon bis 2015 ausgebucht und können gar nichts mehr dazwischenschieben.“ Schon jetzt stehen über 120 Konzerte jährlich auf dem Programm. Das Kammermusik-Ensemble tourt dabei regelmäßig in den USA, in China, Korea und in Südamerika. „Wir reisen wahnsinnig gerne“, sagen die Hamburgerinnen, die ihre Programme in der jeweiligen Landessprache moderieren.

Schon nach der Schule reisten Bachmann und Siegfried gemeinsam für ein halbes Jahr um die Welt. Finanziert haben sie ihre Reise mit Straßenmusik. Die beiden Hamburgerinnen mit Faible für Lachanfälle teilten sich schon als Zehnjährige das Konzertmeisterpult in einem Schulorchester - und sind seitdem unzertrennlich. Seit mittlerweile elf Jahren präsentieren sie nun gemeinsam mit ihren zwei Freundinnen Kompositionen aus den Bereichen Klassik, Chanson, Pop und Folk.

Zu den Konzerten kämen „80-jährige totale Klassikfans“ ebenso wie jüngere Leute oder Kinder. Die Berufs-Musikerinnen räumen außerdem ein, sich auf der Bühne manchmal zu verspielen. Aber oft denke das Publikum, dies sei so geplant, berichten sie. „Wir haben nie irgendwelche Ziele verfolgt. Wir machen einfach die Musik, die wir selber am liebsten mögen“, sagt Bachmann.

Dass das Internet-Videoportal Youtube als Karriere-Katalysator für Musiker dienen kann ist auch in der Klassik bekannt. Die lange recht unbekannte ukrainische Pianistin Valentina Lisitsa - Eigenmarke „erste Youtube-Pianistin“ - kommt mit ihrem Auftritt in dem Video-Kanal auf mehr als 60 Millionen Klicks. Allerdings klingen die Millionen-Zahlen beim Blick auf die Pop-Branche noch vergleichsweise klein: Der südkoreanische Rapper Psy überschritt 2012 mit einem Video als Erster die Marke von einer Milliarde Klicks.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Mai.2014 | 14:16 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen