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Hamburger Hafen : Rußwolke über Altona: Warten auf Antworten

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Ein Containerfrachter sorgte beim Auslaufen aus dem Hamburger Hafen für eine stinkende Rauchwolke. Polizisten aus Rotterdam befassen sich jetzt mit dem Fall.

Hamburg | Die Sache bleibt undurchsichtig: Auch zwei Tage nach Auftreten der gigantischen Rußwolke aus dem Schornstein des Containerfrachters „Yang Ming Utmost“ in Hamburg, liegt die Ursache noch im Dunkeln. „Keine neuen Erkenntnisse, das Rechtshilfeverfahren in den Niederlanden läuft“, sagte Polizeisprecherin Ulrike Sweden. Der 335 Meter lange Schiffsriese liegt inzwischen in Rotterdam am Kai. Dortige Polizisten sind laut Sweden an Bord gegangen und haben dem Kapitän den Fragenkatalog der Hamburger Ermittler übergeben. „Die Antworten haben wir noch nicht.“ Die niederländischen Behörden könnten das Schiff so lange an der Weiterfahrt hindern, bis die Angaben vorliegen.

Wie berichtet, hatte die „Yang Ming Utmost“ am Samstag beim Auslaufen aus dem Hamburger Hafen eine pechschwarze, stinkende Rauchwolke ausgestoßen. Am Elbufer wurden Passanten mit Ruß bedeckt, Restaurants mussten Speisen wegwerfen, in einem Krankenhaus und einem Pflegeheim schlugen die Feuermelder an.

Der NABU Hamburg vermutet, der Frachter habe seine Motoren verbotenerweise mit Schweröl angetrieben, was nur auf hoher See erlaubt ist. NABU-Sprecher Malte Siegert nannte das Verbrennen des hochgiftigen Treibstoffs „kriminell“.

Hamburgs Grüne fordern vom Senat die Aufklärung des Vorfalls, es handele sich nicht um ein Kavaliersdelikt. Fraktionschef Jens Kerstan: „Der Brennstoff, der mitten in der Stadt durch den Schornstein gejagt wurde, enthält 3500 Mal mehr giftiges Schwefeldioxid als herkömmlicher Autodiesel.“ Die Hamburger Umweltbehörde ist nach eigenen Angaben derzeit nicht mit dem Vorfall befasst.

Die taiwanesische Reederei Yang Ming machte keine Angaben und verwies auf die laufenden Untersuchungen.

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erstellt am 06.Okt.2014 | 19:19 Uhr

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