Nahverkehrsservice in HH : Rufen per App: Mit dem Sechssitzer zur Bushaltestelle

Das Shuttle soll unkompliziert mit einer App zu buchen sein.

Das Shuttle soll unkompliziert mit einer App zu buchen sein.

Kein Fahrgast soll mehr als 200 Meter bis zum nächsten, ausgeschilderten Haltepunkt gehen müssen.

shz.de von
18. Juli 2018, 20:29 Uhr

Hamburg | Fast von der Haustür bis zur Haltestelle: Ein deutschlandweit neues Shuttle-Angebot im öffentlichen Nahverkehr bringt in zwei Hamburger Stadtteilen Fahrgäste von nahen Haltepunkten bis zur Bushaltestelle oder Bahnstation. Sie buchen ihre Fahrt mit dem Eletro-Auto zum HVV-Tarif über die „ioki Hamburg App“, anschließend werden automatisch ähnliche Routen - wenn möglich - zu Fahrgemeinschaften gebündelt. Die Verankerung im öffentlichen Nahverkehr sei bisher in Deutschland einmalig, teilten die Projektentwickler, die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) und die Bahn-Tochter Ioki, am Mittwoch mit. 

Die Fahrzeuge erinnern an Londoner-Taxis.
dpa

Die Fahrzeuge erinnern an Londoner-Taxis.

 

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum E-Shuttle:

Wie wird der E-Shuttle bestellt?

Eine Fahrt ist seit Mittwoch über die „ioki Hamburg App“ buchbar. Der Fahrdienst ist zunächst von Montag bis Freitag zwischen vier Uhr morgens und ein Uhr nachts verfügbar. Vom 8. August an soll er täglich rund um die Uhr zu buchen sein. Auch Reservierungen sind möglich. Es gelten die Tarife sowie die Zeitkarten des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV).

Wo hält der Sechssitzer?

Kein Fahrgast müsse mehr als 200 Meter bis zum nächsten, ausgeschilderten Haltepunkt gehen, sagte Ioki-Chef Michael Barillère-Scholz. Die Wartezeit bis zum Eintreffen des Fahrzeugs solle maximal 20 Minuten betragen. Feste Fahrpläne oder Routen, wie vom herkömmlichen Nahverkehr bekannt, gibt es nicht. „Ioki kommt immer, auch bei geringer Nachfrage“, ergänzte der Firmenchef. Nur durch solche Bestell-Verkehre oder Car-Sharing-Angebote sei es möglich, Autoverkehr, Staus und Luftverschmutzung in Ballungszentren zu verringern, sagte Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch (parteilos). „Einfach mal ausprobieren“, empfahl er.

Wo sind die E-Shuttles im Einsatz?

Osdorf und Lurup: Die westlichen Stadtteile wurden wegen ihrer schlechteren Nahverkehrsanbindung ausgewählt. Der Fahrdienst ist zunächst auf das Gebiet zwischen den beiden S-Bahn-Achsen mit den Stationen Elbgaustraße (S3/S21) und Klein Flottbek (S1/S11) beschränkt.

Wer kann den Kleinbus nutzen?

Das Angebot ist nicht nur für die Bewohner der Stadtteile gedacht, sondern auch für deren Besucher, für Pendler, Berufstätige oder Touristen. Dass Forschungszentrum Desy ist wegen seiner schlechten ÖPNV-Anbindung ebenfalls in den Fahrdienst einbezogen worden.

Wer investiert in das Projekt?

Der VHH wird von der Stadt mit rund 900.000 Euro in dem Projekt unterstützt. Ioki investiert nach Angaben des Geschäftsführers insgesamt bis zu 20 Millionen Euro in seine Projekte. Die Projektpartner zeigten sich überzeugt, dass ihr neues Nahverkehrsangebot angenommen werden wird, erwarten in der Anlaufphase aber noch „Nachjustierungen“. Es sei für sie erfolgreich, wenn mehr Fahrgäste dem HVV zugeführt werden, sagte der VHH-Chef.

Eine erste Bilanz soll in 100 Tagen gezogen werden.

 
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