Hamburg : Rücktritt vom Austritt: Hamburgs Handelskammer bleibt wohl doch in der IHK Nord

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Christi Degen zeigte von vornherein wenig Begeisterung für einen Rückzug aus der IHK Nord. Sie kündigte aber gleichzeitig einen Reformvorschlag für die Arbeit des IHK Nord an.

Um Kosten zu sparen, war zunächst ein Austritt geplant. Christi Degen will nun einen anderen Kurs einschlagen.

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19. Januar 2018, 19:51 Uhr

Hamburg | Hamburgs Handelskammer schert nun alles Voraussicht nach doch nicht aus der IHK Nord aus, der Interessenvertretung von zwölf Industrie- und Handelskammer in Norddeutschland. Das hat Hauptgeschäftsführerin Christi Degen Freitagnachmittag in der Plenarsitzung der Wirtschaftsvertretung angedeutet. Eine Arbeitsgruppe der Kammer aus Plenarmitgliedern und hauptamtlichen Mitarbeitern habe einen entsprechenden Vorschlag erarbeitet, berichtete Degen. „Der sieht einen Verbleib in der IHK Nord vor. Verschlankungen soll es eher an anderer Stelle geben.“ Einzelheiten und einen Beschluss dazu sollen in der Plenarsitzung am 1. Februar folgen.

Im Herbst hatte Präses Tobias Bergmann die Mitgliedschaft der Hamburger Kammer in der IHK Nord zu Ende 2018 gekündigt, um Kosten zu sparen. Vertreter anderer norddeutscher IHKs aus Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen reagierten mit teils scharfer Kritik, ebenso Hamburger Unternehmer, die Nachteile für den norddeutschen Wirtschaftsraum befürchteten.

Degen, erst seit 1. Dezember im Amt, hatte von vornherein wenig Begeisterung für einen solchen Rückzug aus der IHK Nord erkennen lassen. Am Freitag sprach sie mit Blick auf Bergmanns Kündigung von Kommunikationsproblemen, durch die „Beziehungsschäden“ entstanden seien. Und: „Wir sind dabei, uns dafür in aller Form zu entschuldigen.“

Zugleich kündigte Degen einen Reformvorschlag für die Arbeit des IHK Nord an. Ziel sei dabei eine schlagkräftigere politische Interessenvertretung der Kammern im Norden. Bergmann hatte deren Ineffizienz bemängelt. Gleichwohl will die Handelskammer am Ziel festhalten, bei ihren überregionalen Vertretungen Ausgaben einzusparen und Doppelstrukturen abzubauen. Der Blick richtet sich nun vor allem auf die Kammervertretung in Berlin, deren einziger Mitarbeiter bereits abberufen worden ist. Auch die Mitgliedschaft der Hamburger im Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) steht auf dem Prüfstand.

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