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Hamburg : Rosenkrieg vor Gericht: Ex-HSV-Torwart Frank Rost muss zahlen

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Das frühere HSV-Idol hatte seine Noch-Ehefrau angezeigt - obwohl keine Straftat vorlag.

Hamburg | Schreie, Tränen, abgerissene Nummernschilder und ein verbissenes Gezerre um den Familien-Porsche: Vor dem Hamburger Landgericht gab es am Freitag tiefe Einblicke in den Rosenkrieg bei Rosts. Der langjährige HSV-Torwart Frank Rost (42) wurde wegen Vortäuschens einer Straftat schuldig gesprochen.

Auf dem Höhepunkt des Trennungsstreits mit Noch-Ehefrau Susann (42) hatte er 2013 eine Diebstahlsanzeige erstattet, nachdem er Schlüssel und Fahrzeugbrief des Porsche Cayenne nicht finden konnte. Dabei, so das Urteil der Kammer, wusste der ehemalige Fußballprofi zu dem Zeitpunkt sehr wohl, dass Susann die Gegenstände an sich gebracht hatte. Wer aber Anzeige erstattet, obwohl ihm bekannt ist, dass keine Straftat vorliegt, macht sich selbst strafbar. Das Landgericht verdonnerte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 7500 Euro. Es war bereits der vierte Prozess in dem Fall. 

Die Ehe war im Sommer 2013 nach 23 Jahren krachend in die Brüche gegangen. Das frühere HSV-Idol (Spitzname: „Fäustel“) zog aus der Osdorfer Villa aus, kam ein paar Tage später aber zurück. Er habe sich den fast fabrikneuen 100.000-Euro-SUV zurückholen wollen, wie er vor Gericht aussagte. „Das ist schließlich mein Wagen, ich habe ihn bestellt und bezahlt.“ Seine Frau habe das Auto nicht herausgeben wollen und erklärt, sie wisse nicht, wo sich Schlüssel und Papiere befänden. „Da habe ich Anzeige wegen Diebstahls erstattet.“

Die Nerven des Erfolgstorwarts der 2000er Jahre lagen an jenem Tag blank, wie er dem Richter schilderte. Grund: Ehefrau Susann hatte seinen Mercedes abschleppen lassen, mit dem er vorsorglich die Porsche-Garage blockierte. „Ich war ganz schön in Brass“, gestand der Ex-Profi, der auch zugab, die Kennzeichen vom Cayenne entfernt zu haben. Rost: „Nur um den Wagen zu sichern. Das hat der Polizist mir so geraten.“

Susann Rost schilderte als Zeugin die Episode des Rosenkrieges komplett anders und deutlich dramatischer. Nach der Trennung habe der HSV-Star gedroht: „Gewöhn' dich schon mal daran zu laufen.“ Aus Angst, Frank werde ihr den Wagen wegnehmen, deponierte die 42-Jährige Schlüssel und Fahrzeugbrief bei einer Freundin. „Er wusste, dass ich die Sachen an mich genommen hatte. Das habe ich ihm gesagt“, erklärte sie im Zeugenstand. Das Verhalten ihres Noch-Mannes am Tag der Tat beschrieb sie als „aggressiv und cholerisch“. Wutentbrannt habe dieser geschrien: „Jetzt bekommst du Krieg“ und die Nummernschilder gewaltsam abgerissen. Susann Rost: „Ich hatte Angst vor meinem Mann.“

Der wiederum sah sich selbst als Opfer: „Ich will doch nur mein Eigentum wiederhaben.“ Allerdings schenkte das Gericht der Ehefrau auch in der Eigentumsfrage mehr Glauben. Sie hatte erklärt: „Der Wagen gehört mir, das war immer völlig klar.“

Der Scheidungskampf des Paares ist derweil noch nicht beendet. Zivilrechtlich streiten beide um die Höhe des Unterhalts. Susann Rost verlangt nach eigenen Angaben 19.000 Euro monatlich für sich und die gemeinsame Tochter. Ihr Mann zahlt aktuell 2850 Euro.

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erstellt am 03.Jun.2016 | 18:26 Uhr

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