Stones-Fan über Konzert in Hamburg : Rolling Stones – Unverschämte Rocklegenden

Die Stones kurz vor einem Auftritt im Stadion von Santiago de Chile: Charlie Watts (von links), Ron Wood, Keith Richards und Mick Jagger. /Archiv

Die Stones kurz vor einem Auftritt im Stadion von Santiago de Chile: Charlie Watts (von links), Ron Wood, Keith Richards und Mick Jagger. /Archiv

Unser Redakteur Frank Albrecht geht nicht zum Konzert. Die Stones werden teurer, aber nicht besser, meint er.

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07. September 2017, 10:10 Uhr

Hamburg | Egal auf welchem Kontinent die Rolling Stones eine Tournee starten – das Echo  ist weltweit in allen Medien zu hören. Warum das so ist, hat Bob Dylan 2009 ganz schlicht und einfach erklärt: „Die Rolling Stones sind definitiv die größte Rock’n’Roll-Band der Welt und werden es immer sein. Auch die letzte.“ Wer dem Altmeister nicht glaubt, mag die Biografie von Bruce Springsteen lesen, der ebenfalls einige Argumente dafür liefert, dass Dylan nicht so ganz falsch liegt.

Entscheidend aber ist die Abstimmung an der Konzertkasse: 82.000 Menschen haben sich von den unverschämt hohen Ticketpreisen nicht abschrecken lassen und werden am Sonnabend in den Hamburger Stadtpark pilgern. Der Hype um die Stones ist ungebrochen.

Nur ich werde nicht dabei sein. Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten alle Tourneen meiner Lieblingsgruppe mitgenommen. Doch bei der „Bigger Bang“-Tour 2006 habe ich nach einem grandiosen Konzert im Berliner Olympiastadion meine Live-Karriere beendet. Die Begründung ist so schlicht, wie die von Bob Dylan: Die Stones werden immer teurer, aber nicht besser. Die gigantischen Bühnen und die gute Laune davor vernebeln den Blick dafür, dass selbst Legenden hin und wieder auch schlechte Konzerte abliefern.

 

Dass die Stones seit mindestens 1994, als das Album „Voodo Lounge“ erschien, musikalisch nichts Neues mehr auf die Reihe bekommen haben – geschenkt. In allen Stadien dieser Welt wollen die Fans eh’ nur die alten Kracher hören. Auch dass eine Rockband Geld verdienen will, kann man ihr nicht vorwerfen. Insgesamt allerdings hat sich das Stones-Imperium zu einem gewaltigen Abzocker-Unternehmen entwickelt. Preis/Leistung stehen in keinem Verhältnis mehr.

Also sorry, Keith, ohne mich. Vielleicht aber zeigt ihr ja im Stadtpark, dass ihr es immer noch drauf habt.

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