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Mongols vs. Hells Angels in Hamburg : Rockerstreit eskaliert: Verdächtige wieder frei

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach einer brutalen Messer-Attacke auf einen Mongols-Rocker hat die Hamburger Polizei zwei Verdächtige wieder freigelassen.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 11:42 Uhr

Hamburg | Erst Schüsse auf dem Kiez, jetzt eine skrupellose Messer-Attacke: Nachdem ein Mongols-Rocker samstagfrüh um 2 Uhr in Hamburg-Horn niedergestochen worden war, hat die Polizei mit zwei Razzien reagiert. Zwei Verdächtige, die dabei festgenommen worden waren, sind seit Montag wieder auf freiem Fuß.

Seit Monaten gärt der Streit zwischen den Rockergruppen im Hamburger Rotlichtviertel. Vor fünf Jahren tobte auch in Schleswig-Holstein ein Machtkampf zwischen den Hells Angels und den Bandidos. Das Innenministerium griff hart durch und verbot die beteiligten Gruppierungen aus Flensburg, Kiel und Neumünster.

Die Fahndung nach fünf weiteren Verdächtigen verlief bislang erfolglos, wie eine Polizeisprecherin weiter mitteilte. Das 26 Jahre alte Opfer erlitt durch die Messer-Attacke einen hohen Blutverlust. „Er ist mächtig verletzt worden“, sagte die Sprecherin. Lebensgefahr bestehe aber nicht. Die sieben Tatverdächtigen sollen einer rivalisierenden Rockerbande nahestehen. Nach Medienberichten handelt es sich um sogenannte Supporter der in Hamburg verbotenen Hells Angels.

Am vergangenen Dienstag waren zwei Mongols-Rocker in einem Taxi angeschossen worden. Zwölf Mitglieder der Hells Angels wurden danach als tatverdächtig festgenommen, mussten aber wegen mangelnder Beweise wieder freigelassen werden.

Mobile Einsatzkommandos hätten sich in der Nacht zum Sonntag Zutritt zu den Wohnungen in mehreren Stadtteilen verschafft und Beweismittel gesichert, teilte die Polizei mit. Die Einsätze fanden in Jenfeld, Steilshoop, Wandsbek, Barmbek, Eilbek und Osdorf statt Auslöser für die Razzia war der Angriff in Hamburg-Horn auf einen 26-Jährigen.

Bei einer Sofortfahndung konnten zwei Tatverdächtige im Alter von 20 und 21 Jahren vorläufig festgenommen werden. Die Ermittlungen ergaben die Namen von fünf weiteren mutmaßlichen Tatbeteiligten im Alter zwischen 21 und 24 Jahren. Die dem rivalisierenden Rockerclub nahestehenden Männer wurden aber nicht angetroffen, als das MEK die Wohnungen der Männer durchsuchte.

Bei einer weiteren Razzia am Samstagabend in einem Saunaclub im Stadtteil Harburg wurden 70 Menschen überprüft. Mitglieder der Rockerclubs waren nicht darunter.

Die Polizei-Razzien standen auch im Zusammenhang mit der brutalen Attacke auf eine Gruppe Mongols an der Hamburger Reeperbahn in der Nacht zum vergangenen Dienstag. Als einige nach einem Essen aus einem Restaurant kamen, wurden sie vermutlich von Mitgliedern einer rivalisierenden Rockergruppe angegriffen worden. Um sich zu retten, sprangen laut Polizei drei Männer in ein Taxi. Anschließend durchsiebten mindestens sieben Geschosse das Fahrzeug.

Im Taxi blieb ein 27-jähriger Rocker unverletzt. Er gilt laut Polizei als der neue Statthalter der Mongols in Hamburg, nachdem der bisherige Chef Anfang Dezember von der Polizei verhaftet worden war. Der 46-jährige Taxifahrer kam mit einem Schock davon.

Seit Monaten gibt es Streit zwischen den Mongols und Hells Angels im Hamburger Rotlichtviertel. Ein Milieu-Experte warnte vor einem Racheakt der Mongols. „Wir werden keinerlei Eskalationen dulden. Dieses Signal werden wir auch den Gruppierungen geben“, hatte ein Polizeisprecher bereits vergangenen Mittwoch betont.

Bereits im Oktober hatte eine Explosion am Sportwagen des Chefs der Mongols in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Ein Sprengsatz war unter dem Lamborghini detoniert, als der Mann das Auto ausparken wollte. Er blieb unverletzt, aber der Wagen, umliegende Fensterscheiben und eine Stahltür wurden beschädigt. Im Dezember wurde er in einer spektakulären Aktion in seiner Penthouse-Wohnung verhaftet.

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