Hamburg-Altona : Reisende aus SH profitieren von neuem Bahnhof

Der Bahnhof Hamburg-Altona von oben: Durch eine Verlegung in den Norden sollen viele Verbindungen besser werden, viele Reisezeiten etwas kürzer.
Der Bahnhof Hamburg-Altona von oben: Durch eine Verlegung in den Norden sollen viele Verbindungen besser werden, viele Reisezeiten etwas kürzer.

Nach der geplanten Verlegung des Bahnhofs Altona sollen dort wieder Fern- und Regionalzüge aus Flensburg und Kiel halten.

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03. Juli 2014, 06:32 Uhr

Hamburg/Kiel | Noch ist es lange hin – doch wenn die Deutsche Bahn den Bahnhof Hamburg-Altona in neun Jahren wie angekündigt nach Norden an die jetzige S-Bahn-Station Diebsteich verlegen wird, profitieren davon auch Reisende aus Schleswig-Holstein. Viele Verbindungen werden besser, viele Reisezeiten etwas kürzer. „Wir freuen uns über die Verlegung“, sagt Dennis Fiedel von der landeseigenen Verkehrsservicegesellschaft LVS in Kiel, die den Nahverkehr im Land organisiert: „Man kommt dann schneller nach Hamburg.“

Der Vorteil des neuen Bahnhofs Altona ist, dass er direkt auf der Hauptstrecke zwischen Elmshorn und Hamburg-Hauptbahnhof liegt und nicht mehr als Kopfbahnhof am Ende einer abzweigenden Stichstrecke. Daher geht vieles schneller. Wer in Zukunft etwa mit dem Regionalzug der Nord-Ostsee-Bahn von der Unterelbe oder der Westküste kommt, wird nach Angaben von Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis drei Minuten früher in Hamburg sein – am dann neuen Bahnhof. Auch dürfte die Umsteigeverbindung zum Hauptbahnhof besser werden: Empfiehlt es sich für Nahverkehrspendler von der Westküste heute, in Elmshorn den Zug zu wechseln, können sie künftig bis zum neuen Bahnhof in der Nord-Ostsee-Bahn sitzen bleiben und dort dann in die häufig fahrende S-Bahn steigen.

Bis zum Hauptbahnhof durchfahren werden die Züge von der Westküste auch künftig nicht: „Der Engpass in Hamburg ist die stark ausgelastete Verbindungsbahn zwischen Holstenstraße und Hauptbahnhof – und an dem ändert sich ja nichts“, sagt Meyer-Lovis. Daher werden die Regionalzüge von der Westküste in Diebsteich enden und zurückfahren. Stefan Barkleit vom Fahrgastverband Pro Bahn in Schleswig-Holstein hofft allerdings, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist: „Mit dem neuen Bahnhof wird der Handlungsdruck für eine durchgehende Verbindung zum Hauptbahnhof zunehmen“, glaubt er.

Auch Reisende aus Kiel oder Flensburg profitieren vom neuen Bahnhof: Ihre Züge sollen sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr wieder wie früher in Altona halten – im dann neuen Bahnhof, der nicht mehr Endstation wäre wie einst der alte, sondern nur Zwischenstopp auf dem Weg über Dammtor zum Hauptbahnhof. „So entstehen zusätzliche Verbindungen in den Hamburger Norden“, freut sich Pro-Bahn-Sprecher Barkleit. Zwar kostet der Extra-Halt zwei Minuten. Doch da die Züge zwischen Flensburg und Hamburg-Hauptbahnhof ab 2016 sieben Minuten schneller werden und ab Kiel acht, lasse sich der Stopp in den Fahrplan einbauen, sagt LVS-Sprecher Fiedel.

Damit auch Hamburgs Westen besser an den künftigen Bahnhof angebunden wird, fordert Pro-Bahn-Sprecher Barkleit, dass die S-Bahn-Linie S11 Richtung Blankenese ebenfalls über Diebsteich geführt wird. Dafür allerdings sieht die Bahn keine Chance. Barkleit hält zudem das nördlich von Diebsteich gelegene Stellingen für einen besseren Standort des neuen Bahnhofs: „Dort ist mehr Platz – daher könnte man bei wachsendem Schienenverkehr weitere Gleise bauen.“ In Diebsteich sollen an vier Bahnsteigen insgesamt sechs Gleise für die Fernbahn und zwei für die S-Bahn entstehen.

Allerdings gibt es auch Verlierer des neuen Bahnhofs. Wer etwa aus Itzehoe ins Zentrum von Altona will, ist künftig länger unterwegs, weil es nicht mehr ohne Umsteigen geht. Die neue Kooperation der Nord-Ostsee-Bahn mit Ikea würde daher in neun Jahren wohl nicht mehr gut funktionieren: Die Nord-Ostsee-Bahn gewährt den Stammkunden des Möbelhauses Rabatt und hofft, dass sich dafür möglichst viele von denen zum ersten deutschen Innenstadt-Ikea-Markt fahren lassen – direkt am Bahnhof Altona.

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