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Hamburger Wahrzeichen : Reif, attraktiv und 40: die Köhlbrandbrücke

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Seit Jahrzehnten dominiert das Hamburger Wahrzeichen den Panorama-Blick über den Hafen, doch nochmal 40 Jahre wird es sie nicht geben: Der altersschwachen Konstruktion, die Hamburg mit der A7 verbindet, droht der Abriss.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 16:14 Uhr

Hamburg | Sie ist eines der bekanntesten Wahrzeichen im Hamburger Hafen: Am 20. September feiert die Köhlbrandbrücke ihr vierzigjähriges Bestehen. Mit einer Gesamtlänge von 3618 Metern gilt sie als eine der längsten Stahlseilbrücken Europas. Heute dient die Brücke in Hamburg als wichtige Verkehrsverbindung im Süden von Wilhelmsburg auf die Autobahn 7. Hatte die Bevölkerung in den Siebzigern ihre Eröffnung herbeigesehnt, ist sie heute im maroden Zustand - und ein Fall für ständige, kostspielige Sanierungen.

Die viel befahrene Köhlbrandbrücke mit Containern und Hafenanlagen.
Die viel befahrene Köhlbrandbrücke mit Containern und Hafenanlagen. Foto: Imago

Die Köhlbrandbrücke ist ein Koloss aus Beton und Stahl: 75 Pfeiler und 88 Seile tragen die Fahrbahn auf 53 Meter Höhe über die Süderelbe. Fast hundert Meter ragen die riesigen Pylonen in den Himmel. Dementsprechend beeindruckt zeigten sich die Hamburger bei der Eröffnung am 20. September 1974. Damals herrschte große Aufregung im Hafen. Der damalige Bundespräsident Walter Scheel war gekommen, um die Brücke nach einer vierjährigen Bauzeit offiziell einzuweihen.

Bundespräsident Walter Scheel (am Rednerpult) spricht während der Einweihungszeromonie der Köhlbrandbrücke in Hamburg. Am 20. September 1974 wurde die Köhlbrandbrücke eingeweiht.
Bundespräsident Walter Scheel (am Rednerpult) spricht während der Einweihungszeromonie der Köhlbrandbrücke in Hamburg. Am 20. September 1974 wurde die Köhlbrandbrücke eingeweiht. Foto: dpa

Über die Jahre hinweg hat der enorme Verkehr auf der wichtigen Zufahrt zur A7 deutliche Spuren hinterlassen. Täglich donnern mehr als 36.000 Fahrzeuge über das Bauwerk, das die Elbinsel Wilhelmsburg mit den Autobahnen nach Flensburg, Kiel, Hannover und Bremen verknüpft. Bereits seit vielen Jahren müssen regelmäßig Bestandteile ausgewechselt und Bauteile saniert werden. Zurzeit diskutiert die Stadt, ob die derzeit zweitlängste Straßenbrücke Deutschlands abgerissen werden soll - zumal für moderne Containerschiffe die Fahrt unter der Brücke immer enger wird.


Einweihung der Köhlbrandbrücke 1974.

Die Köhlbrandbrücke könne voraussichtlich noch bis 2030 genutzt werden, teilte die Hamburg Port Authority (HPA) mit. Dann würden die Kosten für die Instandhaltung jedoch wohl so hoch sein, dass ein Neubau die günstigere Variante darstelle. Experten gehen zurzeit eher davon aus, dass die Köhlbrandbrücke im Hafen nur noch elf Jahre sicher befahren werden kann.

Menschenleer und unbefahren: Die Köhlbrandbrücke kurz vor ihrer Eröffnung 1974.
Menschenleer und unbefahren: Die Köhlbrandbrücke kurz vor ihrer Eröffnung 1974.

Das Hamburger Wahrzeichen wird einem anderen Ort jedoch wohl noch eine Weile erhalten bleiben: Im Miniatur Wunderland war in 270 Arbeitsstunden ein originalgetreues Modell der Köhlbrandbrücke entstanden. Die bunt beleuchtete Modellbau-Brücke ist 6,66 Meter lang, die Pylonen sind rund 1,40 Meter hoch.

Nebelverhangen: Die Köhlbrandbrücke wird 40.
Nebelverhangen: Die Köhlbrandbrücke wird 40. Foto: Imago
 
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