Internationaler Wettbewerb zur Gestaltung : Recyclinganlage der Zukunft

Müllentsorgung

Der Entwurf des Büros Gottlieb Paludan Architects aus Kopenhagen.

Bis 2022 soll an der A7 ein beispielloser Mix verschiedener Abfallverwertungs- und Recyclinganlagen errichtet werden.

shz.de von
27. März 2018, 19:23 Uhr

Hamburg | Schon das inhaltliche Konzept ist bundesweit beispielhaft, nun soll auch die Architektur des großen Recyclingszentrums ZRE in Hamburg-Stellingen herausragen. Den internationalen Wettbewerb zur Gestaltung hat ein Hingucker-Entwurf des Kopenhagener Büros Gottlieb Paludan Architects gewonnen. Das Zentrum für Ressourcen und Energie werde damit zum „sichtbaren Beweis dafür ist, dass Industrieanlagen auch ansprechend und zugleich multifunktional gestaltet werden können“, lobte Rüdiger Siechau, Geschäftsführer des Betreibers Stadtreinigung Hamburg.

Auf dem Gelände der ehemaligen MVA Stellingen an der A7 errichtet der Entsorger bis 2022 einen in Deutschland beispiellosen Mix verschiedener Abfallverwertungs- und Recyclinganlagen. Hamburg will dort aus 140.000 Tonnen Hausmüll jährlich große Mengen klimaneutraler Energie für die grüne Wärmewende gewinnen. Das Investitionsvolumen beträgt 235 Millionen Euro.

Beim Siegerentwurf von Gottlieb Paludan Architects stechen die „Laternen“ ins Auge, große loggienartige Anbauten in der matt-grauen Fassade aus Wellaluminium. Die Elemente sollen mit Bodendeckern und Rankpflanzen begrünt werden und nachts leuchten; ihre Rückwände sind orange, wie die Farben der Stadtreinigung.

Besonderer Clou: Ein Skywalk könnte als „Architektur-Promenade“ von „Laterne“ zu „Laterne“ führen. Besucher hätten dann  Gelegenheit, die Besonderheit der Gestaltung sowie Funktionsbereiche der Anlage „kubisch-plastisch“ zu erleben. 

Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing betonte, große technische Bauwerke wie das ZRE prägten die Umwelt. „Ihnen die notwendige gestalterische Aufmerksamkeit zu widmen ist deshalb zwingend.“ Der ausgewählte Entwurf liefere eine „ehrliche und angemessene architektonische Antwort“.

 Das ZRE umfasst unter anderem eine Sortieranlage für Hausmüll, eine Biogasanlage für die Vergärung von Bio- und Grünabfall zu Heizgas, ein Biomasse-Heizkraftwerk für holzige Abfälle und ein Ersatzbrennstoff-Kraftwerk. Insgesamt sollen dort bis zu 70 Megawatt Wärme, bis zu 15 Megawatt Strom sowie etwas zehn Megawatt Biogas erzeugt werden.

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