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Container-Reederei aus Hamburg : Quartalszahlen: Hapag-Lloyd stabil in der Gewinnzone

vom

Die führende deutsche Reederei Hapag-Lloyd will endlich an die Börse. Die neuen Zahlen geben Aufschluss, ob das Unternehmen schon so weit ist.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2015 | 10:32 Uhr

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hat in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Gewinn von 157 Millionen Euro erzielt. Damit steht das Unternehmen weitaus besser da als vor einem Jahr, als im gleichen Zeitraum 173 Millionen Euro Verlust anfielen.

Der Zusammenschluss mit der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV werde schneller als geplant umgesetzt und bringe höhere Einspareffekte als vorhergesehen, teilte Hapag-Lloyd am Mittwoch in Hamburg mit. „Auch wenn das Marktumfeld herausfordernd bleibt, sind wir sehr gut im Markt positioniert“, sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen am Mittwoch in Hamburg. Die Reederei sei auf einem guten Weg, um im Gesamtjahr 2015 ein positives operatives Ergebnis zu erwirtschaften.

Die Schifffahrt ist weltweit immer noch in einer fragilen Verfassung. Der Markt ist geprägt von Überkapazitäten und niedrigen Frachtraten, einem harten Konkurrenzkampf und Verdrängungswettbewerb. Die Reeder profitierten allerdings zuletzt besonders vom Rückgang der Ölpreise, weil der Treibstoff die größte Kostenposition beim Betrieb eines Schiffes ist.

In den ersten drei Monaten hatte Hapag-Lloyd nach der Übernahme des Containergeschäfts der chilenischen Reederei CSAV einen Gewinn von 128 Millionen Euro erzielt, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein hoher Verlust von 119 Millionen Euro angefallen war. Der Umsatz legte um 1,5 Milliarden auf 4,7 Milliarden Euro zu. Die hohen Steigerungen sind auf die CSAV-Übernahme zurückzuführen, durch die Hapag-Lloyd zur viertgrößten Reederei der Welt aufgestiegen ist.

Mit der Übernahme hat sich auch der Einfluss der Asien-Verkehre auf das Gesamtunternehmen verringert, wo gegenwärtig die Frachtraten besonders niedrig und der Konkurrenzkampf durch neue Riesenschiffe sehr hart ist. „Unser ausgeglichenes Portfolio an Fahrtgebieten und Produkten macht Hapag-Lloyd widerstandsfähig“, sagte Habben Jansen.

Hapag-Lloyd hat mit der CSAV seine Flotte auf 190 Schiffe mit einer Tragfähigkeit von rund einer Million Standardcontainern (TEU) aufgestockt. Vorstandschef Rolf Habben Jansen hat dem Unternehmen gleich zwei Sparprogramme verordnet und die Steigerung des Gewinns zur obersten Priorität erklärt. Dadurch werde die Reederei in den kommenden Jahren jährliche Kosten von 600 Millionen Dollar einsparen. Schon im ersten Halbjahr sei die Transportmenge stärker gestiegen als die Kosten in Dollar.

Keine neuen Informationen gab es zum Zeitpunkt eines möglichen Börsengangs. Die Eigner der Reederei, vor allem CSAV (34 Prozent), die Stadt Hamburg (23 Prozent), der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne (21 Prozent) und das Tourismusunternehmen TUI, wollen Hapag-Lloyd an die Börse bringen, sobald die Geschäftszahlen und das Börsenklima stimmen. Habben Jansen hatte bislang offengelassen, ob das noch in diesem Jahr oder zu Beginn 2016 der Fall sein werde. In den vergangenen Wochen hatten an der Börse mehrfach Gerüchte die Runde gemacht, dass Hapag-Lloyd den Schritt bereits im Herbst vollziehen werde.

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