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Fanfest zur EM 2016 in Hamburg : „Public Viewing“ auf dem Heiligengeistfeld vor dem Aus

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Weil Hauptsponsor Kia aussteigt, fehlt das nötige Kleingeld. Mit Hochdruck wird ein neuer Partner gesucht. Die EM beginnt im Juni.

Hamburg | Sommermärchen 2016 in akuter Gefahr: Das Fanfest zur Fußball-EM auf dem Heiligengeistfeld steht vor dem Aus, weil Geld fehlt. Veranstalter Uwe Bergmann: „Wir brauchen dringend einen neuen Hauptsponsor, ansonsten droht eine Absage.“ Grund ist der Ausstieg des bisherigen Titelsponsors, des Automobilkonzerns Kia. Gebraucht werde ein „ordentlicher sechsstelliger Betrag“, verrät Bergmann. Er und die Seinen suchen unter Hochdruck nach einem neuen Geldgeber, wofür aber wenig Zeit bleibt. Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich startet in knapp zwei Monaten (10. Juni bis 10. Juli).

Es ist nicht das erste Mal, dass die gigantische Fankurve für bis zu 50.000 Besucher auf der Kippe steht. 2010 wollte die schwarz-grüne Koalition das Public Viewing aus dem Zentrum in den Volkspark verbannen – und musste nach massiven Bürgerprotesten zurückrudern.

Die schwarz-rot-goldene Public Viewing auf St. Pauli gehört seit der Weltmeisterschaft 2006 zu den größten Fanfesten in Deutschland mit mehreren hunderttausend Besuchern. Zur Frankreich-EM möchte Bergmann nach bewährtem Rezept eine „Fußball-Party der Superlative“ auf die Beine stellen. Geplant ist, auf einer – noch größeren – LED-Videowand von 120 Quadratmetern alle Deutschlandspiele der Vorrunde zu zeigen sowie alle Begegnungen ab dem Achtelfinale. Drum herum gibt es Musik, allerlei Spaßiges und Kulinarisches.

Ein Hauptsponsor sei „zwingend erforderlich“, um die hohen Aufwendungen für Technik und Sicherheit mit 120 Mitarbeitern abzudecken. Laut dem Organisator sind die Kosten dafür um rund ein Drittel gestiegen. Gründe: die gewachsene Terrorgefahr und der Mindestlohn. Erstmals denkt der Fanfest-Macher daher auch daran, vom Gratis-Eintritt abzurücken. Zwei bis drei Euro pro Besucher als eine Art Sicherheitsgebühr gehören zu den denkbaren Lösungen. Spätestens in vier Wochen soll die Entscheidung fallen. Aufgegeben hat Bergmann noch nicht: „Ich bleibe optimistisch, dass wir eine gemeinsame Lösung für die Stadt Hamburg und für ein neues Sommermärchen finden.“

Geld aus der Stadtkasse wird allerdings nicht fließen. Hamburg stellt bereits die Veranstaltungsfläche kostenlos zur Verfügung. Sportstaatsrat Christoph Holstein gibt sich gleichwohl zuversichtlich: „Wir werden es hinbekommen, dass es auch in diesem Jahr ein Fanfest auf dem Heiligengeistfeld gibt.“ Wie, verrät der Staatsrat nicht.

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erstellt am 05.Apr.2016 | 12:51 Uhr

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