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Landgericht Lübeck : Prozess: Vater bestreitet Schuld am Tod seines Babys

vom
Aus der Onlineredaktion

Der 30-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt. Er soll sein Kind solange geschüttelt haben, bis schwere Hirnverletzungen auftraten.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2016 | 15:09 Uhr

Lübeck | Im Prozess um den Tod eines vier Wochen alten Säuglings hat der Vater des Kindes den Vorwurf des Totschlags zurückgewiesen. Er habe seinem kleinen Sohn nichts getan und hätte ihm auch nie etwas antun können, sagte der 30-Jährige zu Beginn der Hauptverhandlung am Freitag vor dem Lübecker Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vater Totschlag vor. Er sitzt seit sechs Monaten in Untersuchungshaft. Er soll den kleinen Leon im November 2015 so heftig geschüttelt haben, dass er sechs Tage später an seinen schweren Hirnverletzungen starb. Der Angeklagte war zur Tatzeit für kurze Zeit mit dem Kind allein im Haus der Familie in Schönwalde am Bungsberg. Die 30 Jahre alte Mutter war zum Einkaufen gefahren.

Das Kind sei beim Füttern eingeschlafen, sagte der Angeklagte. Er habe es dann vorsichtig auf dem Sofa auf ein Kissen gelegt und sei zur Toilette gegangen. Als er zurückgekommen sei, habe das Baby geschrien und nach Luft geschnappt, erklärte er vor Gericht.  Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte ein Schütteltrauma. Der Vater wurde daraufhin festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Er habe das Kind „vorschriftsmäßig“ in seiner Armbeuge gehalten, erklärte der Angeklagte. Die Mutter dagegen sagte als Zeugin vor Gericht, er habe das kaum noch atmende Baby unter den Achseln gehalten und ihr entgegengestreckt, als sie nach Hause kam.

Leon sei ein Wunschkind gewesen, sagten beide Elternteile übereinstimmend. Der Junge habe aber viel geschrien und schlecht getrunken, außerdem sei das Geld immer knapp gewesen, und es habe in der Partnerschaft gekriselt, sagte die Mutter. Das Gericht hat zu dem Prozess 14 Zeugen und drei Sachverständige geladen. Ein Urteil in dem Prozess wird für Juli erwartet.

 

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