Lebensgefährtin von Hamburger Millionär : Prozess um Messerstiche auf Oktoberfest: Zeuge gesteht Falschaussage für 100.000 Euro

Eine 34-Jährige ist angeklagt. Sie soll auf einen Gast auf dem Oktoberfest eingestochen haben. Ein Entlastungszeuge entpuppt sich als unglaubwürdig.

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20. Juli 2016, 15:37 Uhr

Hamburg | Im Prozess gegen die Lebensgefährtin eines Hamburger Millionärs wegen versuchten Mordes auf dem Oktoberfest hat ein Entlastungszeuge eine Falschaussage gestanden. Der 32-jährige Schweizer gab am Mittwoch vor dem Landgericht München zu, dass er - anders als zunächst vor Gericht behauptet - gar nicht auf dem Oktoberfest war. Er habe 100.000 Euro für seine Aussage geboten bekommen - und weitere 100.000, sollte die angeklagte 34-Jährige vorzeitig aus der Haft entlassen werden.

Mittelsmänner, die er auf Mallorca, in einem Landgasthof in Österreich und einem Hotel in München getroffen haben will, seien mit dem Angebot an ihn herangetreten und hätten ihm gesagt, was er vor Gericht aussagen soll. Die Staatsanwaltschaft sprach von „Regieanweisungen“.

Auftraggeber für die Falschaussage soll der Hamburger Multimillionär gewesen sein. Er wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft vorläufig festgenommen, sei inzwischen aber wieder auf freiem Fuß, weil auch er ein Geständnis abgelegt habe und darum keine Verdunklungsgefahr mehr bestehe. Die Staatsanwaltschaft bestätigte damit Medienberichte.

Die 34-jährige Angeklagte hat vor Gericht zugegeben, auf den Gast beim Wiesnabend 2015 eingestochen zu haben, der zuvor den Ex-Fußball-Nationalspieler Patrick Owomoyela rassistisch beleidigt hatte. Die Verteidigung sieht darin einen Fall von Notwehr. Der Schweizer Zeuge hatte diese Einschätzung vor dem Landgericht bestätigt. Das Gericht hatte aber von Anfang an Zweifel an seiner Aufrichtigkeit; er wurde direkt nach seiner Aussage wegen des Verdachts auf Falschaussage und versuchte Strafvereitelung verhaftet.

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