Tödliches Autorennen : Prozess in Hamburg: Zwei Fahrer zu Freiheitsstrafen verurteilt

Ein mehrfach Vorbestrafter muss ein Jahr und sechs Monate in Haft. Der andere Fahrer bekommt zwei Jahre Bewährung.

shz.de von
05. Januar 2018, 18:03 Uhr

Hamburg-Tonndorf | Nach einem Autorennen mit tödlichem Ausgang in Hamburg-Tonndorf hat das Landgericht am Freitag zwei Fahrer zu Freiheitsstrafen verurteilt. Ein mehrfach vorbestrafter 32-Jähriger muss ein Jahr und sechs Monate in Haft. „Dieser Fahrer war die treibende Kraft bei dem Autorennen“, sagte ein Gerichtssprecher nach der Urteilsverkündung. Ein 30-Jähriger, dessen Auto gegen einen Laternenmast prallte, erhielt zwei Jahre auf Bewährung. In seinem Auto starb ein Insasse. Ein weiterer Mitfahrer wurde schwer verletzt, die Beifahrerin leicht. Auch der Unfallfahrer erlitt Verletzungen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich die beiden Männer der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht hatten. Der 30-Jährige wurde darüber hinaus wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt.

Die Beiden waren am 18. Oktober 2015 mit mehreren Insassen nachts auf dem Weg zu einer Disco. Laut Gericht forderte der heute 32 Jahre alte Angeklagte den anderen Fahrer durch dichtes Auffahren, Lichthupe und mehrfaches Überholen zu einer Wettfahrt auf. Im Stadtteil Tonndorf passierte es dann: Der angetrunkene, heute 30-Jährige verlor während der Verfolgungsjagd bei mindestens 100 Stundenkilometern auf regennasser Straße die Kontrolle über seinen Wagen.

In erster Instanz verurteilte das Amtsgericht Hamburg-Wandsbek die beiden Angeklagten 2016 zu deutlich niedrigeren Strafen – jeweils zur Bewährung. Doch die Fahrer und die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. Der Unfallfahrer habe in dem Prozess ein Geständnis abgelegt und die Familie des Toten um Entschuldigung gebeten, berichtete der Gerichtssprecher. Der andere Teilnehmer des Autorennens habe keine Aussage gemacht.

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