Umstrittene Gangster-Rapper : Protest gegen Sexismus: Auftritt von 187 Strassenbande platzt

Rapper Gzuz der Hamburger Band „187 Strassenbande“ bei einem Konzert in Hannover. /Archiv
Foto:

Rapper Gzuz der Hamburger Band „187 Strassenbande“ bei einem Konzert in Hannover. /Archiv

In einer Petition wurde zu Störaktionen beim Auftritt der Hamburger aufgerufen. Hintergrund sind sexistische Texte.

shz.de von
16. Mai 2018, 07:33 Uhr

Paderborn/Hamburg | Ein am Donnerstag geplanter Auftritt der umstrittenen Gangster-Rapper 187 Strassenbande in Nordrhein-Westfalen ist geplatzt. Grund sind angekündigte Protest-Aktionen gegen die Texte der Gruppe aus Hamburg. „Die hieraus möglicherweise resultierenden Folgen sind aus unserer Sicht leider nicht steuerbar und gefährden im schlimmsten Fall das friedliche und bunte Fest, dass das AStA Sommerfestival immer war und auch in Zukunft bleiben soll“, so der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Paderborn am Dienstag. Die Gruppe hätte der Hauptact sein sollen, ihr Ersatz war vorerst geheim.

 

Kritiker werfen den Hamburgern rund um Rapper Gzuz vor, in ihren Texten sexistische Ansichten und Gewaltverherrlichung zu verbreiten. Im Internet gab es eine Petition gegen den Auftritt. Darin heißt es: „187 Strassenbande verherrlicht in Auftritten und Texten sexistische Gewalt gegen Frauen und andere Bevölkerungsgruppen.“ Die Verfasser der Petition vom Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität forderten die Besucher des Festivals dazu auf, „ihren Protest gegen den Auftritt von „187 Strassenbande“ klar zum Ausdruck zu bringen“.

Laut AStA riefen Gegner zu Störaktionen auf: „Nach einem intensiven Austausch mit der Agentur und dem Management der 187 Strassenbande sind wir schweren Herzens zu der Entscheidung gekommen, den Auftritt (...) abzusagen.“ Die Gruppe hat 2017 den Hamburger Musikpreis Hans in der Kategorie „Künstler des Jahres“ gewonnen. Mit „Sampler 4“ war sie Ende des Jahres an die Spitze der offiziellen deutschen Album-Charts gestiegen.

Jedoch laufen auch Ermittlungen, weil die Band in Videos und Bildern den Besitz von nicht geringen Mengen Marihuana und Kokain sowie augenscheinlich scharfen Schusswaffen gezeigt haben sollen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen