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Kurz vor Ostern : Post-Zusteller streiken weiter – auch in SH und Hamburg

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1350 Post-Mitarbeiter legten bereits am Mittwoch ihre Arbeit nieder. Und heute werden wieder Briefe nicht zugestellt.

Hamburg/Kiel | Viele Postkunden im Norden haben auch am Donnerstag vergeblich auf Osterpäckchen und Briefe gewartet. Bei einem bundesweiten Warnstreik legten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in Hamburg und Schleswig-Holstein zahlreiche Postboten die Arbeit nieder. In Hamburg waren 700 Beschäftigte in den gleichen Verteilbezirken wie am Vortag aufgerufen - unter anderem in Bergedorf, Harburg, Eppendorf und Barmbek. In Schleswig-Holstein rief die Gewerkschaft 600 Post- und Paketboten zum Streik auf. Lübeck und Umgebung war zum zweiten Mal betroffen, dazu auch Kiel, Neumünster, Rendsburg, Bad Oldesloe, Ratzeburg, Mölln, Glinde und Oering. Zu einer Kundgebung in Kiel kamen nach Verdi-Angaben rund 250 Teilnehmer.

Verdi kämpft bei der Post für Arbeitszeitverkürzungen - von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich - für die 140.000 tariflich bezahlten Mitarbeiter des Unternehmens. Außerdem will die Gewerkschaft die Ausgliederung von Beschäftigten in Regionalgesellschaften mit geringerer Bezahlung verhindern. „Die Beschäftigten stehen hinter der Verdi-Forderung zur Verkürzung der Arbeitszeit als Kompensation für den Vertragsbruch der Post. Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht streikwütig, aber durchaus konfliktfähig“, erklärte Lars-Uwe Rieck, Verdi-Landesfachbereichsleiter Postdienste Nord/Hamburg.


Das Post-Management hatte verschiedene Ideen zur Verkürzung und Flexibilisierung von Arbeitszeiten vorgelegt, aber die Frage des Lohnausgleichs ausgeklammert. Die Friedenspflicht zum gekündigten Tarifvertrag Arbeitszeit lief zum 1. April um 0 Uhr aus.

Im Zusammenhang mit der Gründung von regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung wirft Verdi der Post vor, vertragliche Vereinbarungen zum Schutz vor Fremdvergabe gebrochen zu haben. Diese Regelung sieht vor, dass die Post bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Zustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben darf. Für die regionalen Gesellschaften gilt zudem nicht der Haustarifvertrag, sondern der niedrigere Tarif des Logistikgewerbes.

Die Arbeitgeber lehnten die Forderung nach Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich in der ersten Verhandlungsrunde am 19. März ab und legten kein Angebot vor. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 14. April in Berlin statt.

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erstellt am 02.Apr.2015 | 07:45 Uhr

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