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Hamburger Reeperbahn : Polizisten vor Davidwache angegriffen – drei Verletzte

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Vermummte versammeln sich auf der Reeperbahn und rufen vor dem Polizeirevier „Scheißbullen“. Als Beamte aus der Wache kommen, fliegen Steine und Flaschen.

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erstellt am 29.Dez.2013 | 13:46 Uhr

Hamburg | Auf der Reeperbahn in der Nacht zu Sonntag: 30 bis 40 Menschen, dunkel gekleidet und vermummt, teilweise mit St. Pauli-Schals, rotten sich vor der Davidwache zusammen. Sie rufen in Sprechchören: „St.Pauli – Scheißbullen – Habt ihr immer noch nicht genug?“ Als Beamte aus der Wache kommen, werden sie von einigen aus der gröhlenden Gruppe unvermittelt mit Steinen und Flaschen beworfen. So schildert Polizeisprecherin Karina Sadowsky, was ab 23 Uhr geschieht.

Ein Täter schlägt aus nächster Nähe mit einem Stein auf einen Polizisten ein. Der 45-jährige Beamte trägt Schnittverletzungen im Gesicht sowie einen Kiefer- und Nasenbruch davon. Einer Polizistin (48) wird Pfefferspray in die Augen gesprüht, ein 49-jähriger Polizist zieht sich ein Bauchhämatom zu. Die drei Verletzten werden ins Krankenhaus gebracht.

Die Angreifer können zurückgedrängt werden und ziehen in Richtung Beim Grünen Jäger davon. Dort zünden sie Pyrotechnik. Acht Teilnehmer der Aktion kann die Polizei stellen. Nach der Aufnahme der Personalien erhalten sie Platzverweise. Gegen 1 Uhr beruhigt sich die Lage. Das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt.

Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch ist entsetzt über die rohe Gewalt: „Derart zielgerichtete und massive Übergriffe auf Polizeibeamte sind unerträglich. Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele ist völlig ungeeignet und kontraproduktiv.“ Den verletzten Beamten wünscht er baldige Genesung.

„Wer aus kürzester Distanz Flaschen und Steine auf Polizisten wirft, nimmt billigend in Kauf, dass Menschen getötet werden“, sagt der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigesellschaft Hamburg, Klemens Burzlaff. Auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Hamburg, Gerhard Kirsch, kritisiert den Angriff. Es sei mittlerweile „eine Dimension erreicht, die einen Schusswaffengebrauch situationsbedingt wahrscheinlich machen könnte“. Dies hätte unabsehbare Folgen, sagt Kirsch. Die Gewerkschaften fordern Parteien und Politik auf, sich hinter die Polizisten zu stellen.

Unterdessen sucht die Polizei Zeugen, die Angaben zum Tathergang und zu den Tätern machen können. Hinweise nimmt das LKA unter Tel. 040/4286-56789 entgegen.

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