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Hamburg : Polizei stoppt 319 Rotlichtsünder bei Kontrolle

vom

Bei 13 Autofahrern war die Ampel schon länger als eine Sekunde Rot. Sie müssen den Führerschein abgeben.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 17:20 Uhr

Hamburg | Verkehrssündern auf der Spur: Bei einem Großeinsatz hat die Polizei 319 Autofahrer erwischt, die über rote Ampeln gefahren sind. Bei den Kontrollen am Dienstag hätten außerdem 65 Radfahrer das Rotlicht missachtet, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

13 Autofahrer müssen den Führerschein abgeben, weil die Ampeln länger als eine Sekunde auf Rot geschaltet waren. Zudem erwischten die Beamten 85 Autofahrer mit einem Handy am Ohr und beanstandeten 52 Fahrzeuge.

Bei den Kontrollen an 69 Kreuzungen fiel auch eine 53-jährige Autofahrerin auf, die wahrscheinlich unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten stand, wie die Polizei erklärte. Der Frau wurde eine Blutprobe entnommen.

Mit regelmäßigen Verkehrskontrollen in Hamburg muss Polizeiangaben zufolge auch in Zukunft gerechnet werden.

Hintergrund: Rotlichtverstoß

Auf die Länge kommt es an: Wer bei Rot über die Ampel fährt, muss in jedem Fall mit einem Bußgeld rechnen. Doch richtig teuer wird es erst bei einem „qualifizierten“ Rotlichtverstoß.

Ein qualifizierter Rotlichtverstoß ist gegeben, wenn die Ampel länger als eine Sekunde Rot zeigte. Um ihn festzustellen, reicht eine Schätzung allerdings nicht aus, wie die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) unter Hinweis auf eine Entscheidung des Amtsgerichts Lüdinghausen mitteilt (Az.: 19 OWi-89 Js 1024/14-97/14).

In dem verhandelten Fall war ein Autofahrer bei Rot über eine Fußgängerampel gefahren. Dabei wurde er von einem Polizisten beobachtet, der privat unterwegs war. Er schätzte die Dauer der Rotphase auf mehr als eine Sekunde. Der Autofahrer erhielt einen Bußgeldbescheid über 250 Euro, gegen den er sich wehrte. Das Gericht gab dem Kläger insoweit Recht, als es nur einen „einfachen“ Rotlichtverstoß feststellte. Die Schätzung auch eines erfahrenen Polizisten reiche für die Feststellung eines „qualifizierten“ Verstoßes nicht aus. Der Polizist hätte die Zeit mindestens durch Zählen oder durch einen Blick auf die Uhr messen müssen.

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