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Hamburg-Stellingen : Polizei nimmt nicht ausgeschlafene Graffiti-Sprayer fest

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Sie flüchteten nicht „wie üblich“, sondern legten sich schlafen. Die Männer stammen aus Hamburg und Schleswig-Holstein.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2015 | 10:25 Uhr

Hamburg | Die Bundespolizei hat in Hamburg-Stellingen drei Sprayer auf kuriose Art vorläufig festgenommen. Die mutmaßlichen Täter seien nicht „wie üblich“ (Polizei-Pressemitteilung) nach dem Besprühen des Zuges geflüchtet, sondern hätten sich in die Schlafabteile des Zuges gelegt, um ein Nickerchen zu machen. Dort kam ihnen die Polizei auf die Spur.

In Schlafwagen wie diesem entdeckten Bundespolizisten die mutmaßlichen Sprayer.
In Schlafwagen wie diesem entdeckten Bundespolizisten die mutmaßlichen Sprayer. Foto: Bundespolizei Hamburg

Die drei jungen Männer im Alter zwischen 20 und 23 Jahren beschmierten laut Polizei einen in Hamburg-Stellingen abgestellten „City Night Line“-Zug.  Anschließend legten sie sich in verschiedenen Schlafwagenabteilen schlafen. Mitarbeiter der Bahn entdeckten einen acht Quadratmeter großen Schriftzug auf einem Wagon und informierten die Polizei. Die durchsuchte den Zug außen und auch von innen. Dort fanden Beamte die drei Männer aus Hamburg und Schleswig-Holstein schlafend mitsamt Sprayer-Utensilien in Form von 44 Spraydosen.

Die Verdächtigen sind der Polizei bekannt. Sie machten keine Aussagen und wurden „nach Abschluss der bundespolizeilichen Maßnahmen“ (Polizei-Pressemitteilung) wieder entlassen. Ihnen droht ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung.

Unter Graffiti versteht man die mehr oder weniger künstlerische Gestaltung von Gegenständen im öffentlichen Raum. Meistens geschieht Graffiti-Sprühen illegal. Viele Sprayer wollen „Fame“ (Ruhm) durch die möglichst weite Verbreitung ihres Pseudonyms erlangen. Sprayen wird der Jugendkultur zugerechnet, auch wenn viele Protagonisten dieses Alter längst hinter sich haben. Im September vergangenen Jahres starb Hamburgs wohl berühmtester Sprayer „Oz“ im Alter von 64 Jahren, als ihn eine vorbeifahrende S-Bahn erfasste.

 

Ein Graffito aus Anlass des Todes von „Oz“ im Hamburger Schanzenviertel.
Ein Graffito aus Anlass des Todes von „Oz“ im Hamburger Schanzenviertel. Foto: Imago/Lars Berg

 

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