Kriminalitätsstatistik 2017 : Polizei: Hamburg so sicher wie seit 1980 nicht mehr

Trotz G20 und der Messerattacke in Barmbek: Die Kriminalität in HH geht zurück- zumindest in fast allen Bereichen.

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02. Februar 2018, 16:57 Uhr

Die Zahl der registrierten Einbrüche, Diebstähle und Gewalttaten sind 2017 in Hamburg zurückgegangen, die Betrugsdelikte nahmen zu. So lässt sich die Kriminalitätsstatistik zusammenfassen, die Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Innensenator Andy Grote (SPD) am Freitag vorgestellt haben. Beide lobten die „enorme Leistung“ (Grote) und das „ganz große Kino“ (Meyer), das die Polizisten im vergangenen Jahr trotz enormer zusätzlicher Belastungen durch die Ausnahme-Ereignisse G20-Gipfel und das Messerattentat in Hamburg-Barmbek abgeliefert hätten.

„Wo gehobelt wird, fallen Zahlen“, sagte Meyer stolz mit Blick auf die Arbeit seiner Polizeikollegen. Die offiziellen Zahlen belegen den Erfolg:

  • Die Zahl der erfassten Delikte ist 2017 zum zweiten Mal  in Folge erneut gesunken −  um 5,6 Prozent auf knapp 226.000 Taten.
  • Die Aufklärungsquote blieb mit 44,4 Prozent (Vorjahr 44,8 Prozent) annähernd stabil.
  • Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, sei „2017 damit so niedrig wie zuletzt vor 37 Jahren“, sagte der Innensenator: „Hamburg ist sicherer geworden“. In der wachsenden Stadt Hamburg „wächst nicht die Kriminalität, sondern die Sicherheit und damit die Lebensqualität.“
  • Stark angestiegen ist dagegen die Zahl der Betrügereien. 22,8 Prozent und 2142 Taten wurden 2017 mehr erfasst. Die Polizei führt dies unter anderem auf die „Enkeltrick“-Betrüger und falsche Polizeibeamten zurück, die ältere Opfer um hohe Geldsummen betrügen.

Die Opposition sieht die vorgelegten Zahlen kritisch. „Der Innensenator erkauft sich seine gute Bilanz auf Kosten der Beamten“, sagte Dennis Gladiator, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Es brauche mehr Personal, um alle Aufgaben auch ohne dauerhafte Mehrarbeit bewältigen zu können und vor allem, um endlich auch Fortschritte bei der Aufklärungsquote zu machen. „Die Chance, als Täter davon zu kommen, ist fast nirgends so groß wie in Hamburg“, sagte Gladiator mit Blick auf die Aufklärungsquote.

Bei der Betrugs- und Rauschgiftkriminalität habe man sich in der Vergangenheit „zu sehr auf die kleinen Dealer und zu wenig auf die Hintermänner konzentriert“. Die FDP kritisiert den Anstieg der Betrugsdelikte um etwa ein Drittel: „Hier rächt sich der Fehler des rot-grünen Senats, immer mehr Personal  von der Bekämpfung der Massendelikte abzuziehen“, so der innenpolitische Sprecher Carl Jarchow.

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