Hamburg : Polizei gibt neue Sturmgewehre wieder zurück - weil sie nicht schießen

Polizisten bei der BFE mit dem neuen Sturmgewehr.
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Polizisten bei der BFE mit dem neuen Sturmgewehr.

Wegen Terrorgefahr wurden die neuen Waffen angeschafft. Doch sie funktionieren nicht. Der Hersteller muss nachbessern.

shz.de von
09. August 2017, 12:12 Uhr

Hamburg | Es erinnert ein bisschen an die Bundeswehr: Die Hamburger Polizei muss ein im November zur Terrorabwehr angeschafftes, halbautomatisches Gewehr an den Hersteller zurückgeben - wegen Ladehemmung. Betroffen sind die Festnahme- und Beweis­sicherungseinheit (BFE) und das SEK. Darüber berichtet zuerst das „Hamburger Abendblatt“.

Eigentlich sollte mit dem neuen Sturmgewehr die Feuerkraft der Polizisten deutlich erhöht werden. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Beamten konnten gar nicht mehr schießen. Laut dem Abendblatt-Bericht soll dies nach Herstellerangaben an der verwendeten Munition liegen, die Gewehre wurden außer Dienst gestellt.

Trotzdem seien die Polizisten weiterhin einsatzbereit, sagte Polizeisprecher Ulf Wundrack. Als Ersatz dienten für die BFE-Einheit die MP5 von Heckler & Koch als Standardbewaffnung der Polizei. Die Spezialkräfte beim SEK halten als Sturmgewehr vorerst das HK 33 aus der eigenen Waffenkammer in den Händen.

Der Hersteller muss bei neuem Gewehr nachbessern. Bei denen bisher ausschließlich zu Ausbildungszwecken genutzten Waffen habe es mehrfach Probleme beim Zuführen der Patrone und beim Auswurf der Hülse gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Schließlich habe man sich entschieden, die Gewehre außer Dienst zu stellen. Beim G20-Gipfel seien sie nicht einsatzbereit gewesen.

Bis Mitte August sollte die Panne behoben sein. Der Hersteller schickte schon Experten nach Hamburg, um die Schusswaffen zu untersuchen und modifizieren.

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